Die Herbstversammlung des VdK-Ortsverbandes endete mit einem Paukenschlag
"Mir reicht es endgültig"

Der VdK ehrte am Sonntagnachmittag in der Herbstversammlung zahlreiche Mitglieder für langjährige Treue zur Gemeinschaft. Anni Jakob (vorne, Zweite von links) erhielt die Urkunde zum Ehrenmitglied. Bilder: prh (2)

Der Vorsitzende Peter Pöllath ließ am Ende die Bombe platzen, legte sein Ehrenamt mit sofortiger Wirkung nieder und trat als Vorsitzender zurück.

Schuld daran sind ein Zerwürfnis und Querelen mit dem Vorsitzenden und dem Geschäftsführer des VdK-Kreisverbandes. Die Herbstversammlung im Gasthaus "Weißes Rössl" hatte zunächst wie gewohnt harmonisch begonnen.

Doch dann überraschte der Vorsitzende am Ende seines Rechenschaftsberichts alle mit einer Generalabrechnung mit der Führung des Kreisverbandes. Die gipfelte darin, dass Pöllath mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärte.

Im Wort Ehrenamt stecke das Wort Ehre, aber auch das Adjektiv ehrlich, sagte Pöllath. "So sollte man daraus folgern, dass es in Verbindung mit diesem Amt auch ehrlich zugeht." Pöllath ging auf die seiner Meinung nach verfehlte Personalpolitik des Kreisverbandes und die damit verbundene Auflösung verschiedener Ortsverbände ein. Deren Mitglieder seien dann den Neustädtern aufgebürdet worden.

Ihm sei Unterstützung zugesagt worden, die jedoch nie erfolgt sei. "Eines musste ich allerdings immer wieder feststellen: Wer schuftet wie ein Ochse, darf sich nicht wundern, wenn er wie ein Rindvieh behandelt wird." Pöllath machte kein Hehl daraus, dass er die Mitarbeit im Kreisverband immer als besonderes Ehrenamt, immer in Verbindung mit Leistung verstanden habe.

Beiseite geschoben

Deshalb ging er detailliert auf die Umstände der Neuwahlen Anfang Oktober im Kreisverband ein, bei denen er letztlich leer ausgegangen und seiner Meinung nach bewusst geschasst worden sei. Er sei nicht der Spielball des Kreisvorsitzenden Josef Rewitzer und des Kreisgeschäftsführers Siegmund Bergmann. "Mir reicht es nun endgültig."

Schreiben an den Kreis-, Bezirks- und Landesverband mit der Rücktrittserklärung seien unterwegs. Außerdem gebe er alle Ehrenzeichen und Urkunden zurück, sagte Pöllath. Mit ihm scheiden die Frauenbeauftragte Anni Simmerl und ihre Stellvertreterin Erika Pöllath aus dem Vorstand aus. Pöllath dankte allen für die Unterstützung in den vergangenen sieben Jahren. Nach dem Abgang vom Rednerpult ließ der scheidende Vorsitzende viele betretene Gesichter im Saal zurück.

Neuwahlen organisieren

Mit denen kamen auch die Vorstandsmitglieder aus der Pause. In der hatte Pöllath sie schriftlich über seinen Schritt informiert. Alles gute Zureden half nichts. Der Vorsitzende ließ sich nicht umstimmen. "Wir müssen nun Ruhe einkehren lassen, weiter arbeiten und möglichst schnell Neuwahlen organisieren", brachte es Stellvertreter Quirin Gierisch auf den Punkt.

Er wird den 780 Mitglieder zählenden Verein, unterstützt vom Rest des Vorstands, kommissarisch weiterführen. Auch Bürgermeister Rupert Troppmann, der in seinen Grußworten die Arbeit im Verein lobte, sowie die Kreis-Frauenbeauftragte Angela Erfurt, die ähnliche Worte vorbereitet hatte, konnten nichts an Pöllaths Entschluss ändern.
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