Dr. Susanne Kreutzer stellt Palliativstation vor
Noch einmal das Meer hören

Deutlich ist das Rauschen des Meeres zu hören. Die Wellen brechen sich an schroffen Felsen, die weiße Gischt schäumt. Die Brandung wirbelt den Kies am Meeresboden auf oder verebbt langsam im feinen Sandstrand.

Die Geräusche der "Ocean-Drum", einer Art Tamburin, die mit zwei Fellen bespannt ist, zwischen denen Metallkugeln je nach der Geschwindigkeit der Bewegung auf und ab rollen, kommt dem Rauschen des Meeres ganz nahe. Viele verbinden angenehme Urlaubserinnerungen damit und manche Patienten der Palliativstation wünschen sich nichts sehnlicher, als noch einmal diese Stimmung erleben zu dürfen.

So auch eine schwerkranke Frau, die die Fahrt zum Meer nicht mehr antreten konnte. "Wir waren noch einmal am Meer", soll sie nach einem gemeinsamen Abend mit ihrem Lebensgefährten und der Ocean-Drum gesagt haben, berichtete Stationsleiterin Dr. Susanne Kreutzer. In der darauffolgenden Nacht ist die Patientin gestorben. Beim Besuch des Kreisverbandes der Frauen-Union stellte Kreutzer ihre Einrichtung vor. Die Verweildauer der Patienten könne von einer Minute bis zu neun Wochen variieren, im Schnitt bleiben die Patienten, die an lebensbedrohlichen Erkrankungen im fortgeschrittenen Stadium mit Beschwerden leiden, acht Tage.

Etwa drei Viertel der Patienten versterben auf der Station. Dann gelte die 24-Stunden-Regelung. Ein Zimmer darf einen Tag lang nicht neu belegt werden. Dann fehlen zwar Einnahmen, die Regelung ermögliche aber einen würdevollen Abschied. Der Umzug in den Neubau auf dem früheren Minigolfplatz des Augustiner-Seminars in Weiden ist 2018 oder 2019 geplant.
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