Drei Bier und zwei Schnaps

"Keiner schlägt die Peitsche so wie du, schlag doch bitte etwas fester zu" Das Lied "Sehnsucht" ist ein Schlager im wörtlichen Sinne. Bild: bgm

Eger-Fahrer, sexuell angemachte Männer, Latextüterln im Wald und Nietenhalsbänder - das berühmte Trio Hauer & und Lang zeigt sich beim Fußball-Förderverein von seiner besten Seite.

Martin Beutler, Thomas Hauer und Michael Lang sind wirklich nicht zu beneiden. Sie leiden unter dem strengen Regiment ihrer Frauen. Nur alle drei Monate dürfen sie beim "Quartalsausgang" zusammen um die Häuser ziehen. Und dann müssen sie auch noch die aufdringlichen Anmachversuche zahlloser weiblicher Fans ertragen.

"Furchtbar greislich"

Mit dem Rap "Männer wollen Kuscheln, Frauen immer nur Sex", sang sich die einzige Neustädter Boygroup bei der jährlichen Musikveranstaltung des Fußball Fördervereins den Frust von der Seele. Als ob die Lage nicht schon dramatisch genug wäre, verschlimmert ein weiterer Umstand die hoffnungslose Situation: die Verehrerinnen sind allesamt "furchtbar greislich". Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Und erfinderisch ist das Trio. In "Manchmal schön" verraten sie ihre Geheimformel, mit der sich jedes noch so abstoßende Erscheinungsbild ertragen lässt. "Drei plus zwei ist gleich Schönheit", fasste Hauer die Quintessenz des Lieds zusammen. Die Zahlen stehen dabei für drei Bier und zwei Schnaps in der Stunde. Leidensgenossen können sich künftig bei der geplanten Selbsthilfegruppe für "sexuell angemachte Männer" Rat aus erster Hand holen. Die Treffen finden jedes Jahr am 29. Februar statt.

Bereits zum fünften Mal begrüßte Fördervereinsvorsitzender Alexander Bach das Kult-Trio im DJK-Sportheim. Und gleich von Anfang an gab es keinerlei Schonung für das Publikum. Kaum waren sie mit dem bayerischen Defiliermarsch angekommen, hießen sie das Publikum auf ihre Weise willkommen. "Holladaridi, seid's alle da, dann fang ma a", begrüßten sie jeden Gast - wirklich jeden: "Die Blonden und die Brünetten, die, die a Hirn ham und die, die gern eins hätten".

"Das Wichtige ist eigentlich, dass der Spaß im Vordergrund steht und den hatten wir schon", sagte Hauer nach der gesungenen Begrüßung. Manch einem könnte die vielleicht zu derb gewesen sein. Das Publikum im Sportheim aber war von Anfang an voll dabei, bog sich vor Lachen, stimmte in Refrains ein oder stieß mit den Bierkrügen an.

Im bayerischen "Freestyle Crossover" ging es weiter. Nicht fehlen durfte ein Klassiker aus der Rubrik "Speia", der sich damit beschäftigt, was ein bayerischen Magen verträgt und was nicht. Auch der morgendliche Dauerlauf im Wald regt die einfühlsamen Frühsportler zu Texten an. Entlang der Laufstrecke findet sich allerlei Interessantes: ein "Unterhoserl" oder ein "Pariser".

Das kleine Tüterl

"Ja du kleines Latextüterl, was hast du mitgemacht, ich möchte nicht wissen wie's dich durchgebeitelt hat letzte Nacht." Stimmung wie beim Musikantenstadl bei "Hinter der Hullerbirdlstauern", melancholische Töne bei "Eikaffn" (nach einer durchzechten Nacht) oder auch kritische Ansätze ("In Regensburg wohnt jetzt der Franz-Peter, auf 180 Quadratmeter, als Skandalbischof Tebartz-van Elst kennt nan a jeder" ) - das Trio Hauer & Lang ließ keinen Zweifel daran, dass "Freestyle Crossover" nicht nur eine leere Versprechung ist.
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