Drei Zeitzeugen des Lagerterrors im Nationalsozialismus im Gespräch mit Neuntklässlern der ...
Hausaufgabe: aufpassen

Neustadt an der Waldnaab
23.07.2014
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Das Unbeschreibliche den Schülern vermitteln - dazu kamen Hana Hnatová, Helga Hosková, Lisa Miková und Michael Salomonovi an die Lobkowitz-Realschule. Sie alle waren Häftlinge im KZ Flossenbürg oder einem seiner vielen Außenlager. Was sie in jener Zeit durchmachen musten, erzählten die vier Tschechen den Neuntklässlern.

Für die 14- bis 16-Jährigen war dabei besonders schockierend, dass die vier Gäste während der Zeit im Lager noch Kinder waren. Salomonovi war bei Kriegsende gerade einmal zwölf. Schon im Vorfeld des Treffens hatten die Klassen im Unterricht verstärkt den NS-Terror und die Judenverfolgung behandelt. Eine so direkte und authentische Konfrontation mit den NS-Verbrechen können schulische Geschichtsstunden aber nicht leisten.

Die Jugendlichen fragten ihre Gäste auch, ob sie damals an einem Punkt angelangt seien, an dem sie alle Hoffnung verloren hätten, ob sie an Flucht gedacht hätten, wo ja schon der bloße Versuch lebensgefährlich gewesen wäre, und wie das Erlebte ihr weiteres Leben geprägt habe.

Bei der Frage danach, ob die ehemaligen KZ-Häftlinge "den Deutschen" verzeihen konnten, stellten sie klar, dass die heutigen Jugendlichen nicht für die damaligen Verbrechen verantwortlich seien und dass Deutschland aus der Vergangenheit gelernt habe. Die Aufgabe für die Zuhörer bleibe aber, das Gehörte weiterzutragen und sicherzustellen, dass so etwas in der Zukunft nicht wieder passieren werde.

Passend dazu lobte Realschuldirektor Johannes Koller seine Schüler, die erst vor kurzem den Wunsch geäußert hätten, sich um das Siegel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu bewerben.
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