Eigenenergie bleibt rentabel

Auch nach Inkrafttreten des neuen EEG 2014 können Betriebe mit eigener Energieerzeugung viel Geld sparen. IHK und ETZ Weiden informierten über das Ob und Wie.

Lohnen sich hohe Investitionskosten überhaupt noch, um im eigenen Betrieb selbst Energie erzeugen zu können? Was ist im komplizierten Dschungel von moderner Technik und staatlichen Regelungen die passende Lösung? Die ständigen Kurskorrekturen der Bundesregierung am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verunsichern Privatinvestoren wie Unternehmer. Deshalb war das Interesse an einer EEG-Informationsveranstaltung der IHK Regensburg und des ETZ Weiden für Klein-und Mittelbetriebe in der Raiffeisenbank Neustadt/WN groß - traten doch erst Anfang August die Regelungen des neuen EEG in Kraft.

Kalkulation durch Experten

Eine Erkenntnis aus dieser Veranstaltung haben alle Zuhörer auf jeden Fall am Ende mitgenommen: Ohne genaue vorherige Kalkulation durch Fachexperten geht nichts mehr. Recht und Technik sind im Energiebereich derart kompliziert geworden, dass passende Lösungen nur noch von mehreren Experten diverser Spezialgebiete entwickelt werden können. Die Referenten ermutigten die Betriebe dennoch, über neue Energielösungen nachzudenken. Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), auch Blockheizkraftwerke genannt, lautete eine der Produktgruppen, die von Jürgen Brunner vom Projekt HLS aus Schirmitz und ETZ-Geschäftsführer Matthias Rösch vorgestellt wurden.

Mit den verschiedensten Brennstoffen kann mit Hilfe eines Aggregats, etwa eines Verbrennungsmotors, sowohl Strom als auch Wärme erzeugt werden. Wirkungsgrade bis zu 90 Prozent seien dabei zu erzielen. Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb dieser Systeme sei, dass "ganzjährig Strom- und Wärmebedarf oder auch Kühlungsbedarf bestehe". Außerdem sollten 5000 Nutzungsstunden pro Jahr anfallen. Rösch: "Vor allem zur Stromeigennutzung sind KWK-Anlagen eine gute Lösung." Energieexperte Brunner rechnete vor, dass auch unter Berücksichtigung der neuen EEG-Umlage für Eigenstromerzeugung und möglicher Rückvergütungen eine Amortisation solcher Anlagen schon nach 2 bis 3,6 Jahren möglich sei. Die Mehrkosten solcher Anlagen könnten in Anbetracht eines oftmals sechsfach höheren Energieverbrauchs konventioneller Anlagen rasch erwirtschaftet werden.

Kombi aus PV und KHK

Stephan Korb von der Firma ip³ sieht auch für Photovoltaik-Anlagen trotz gesetzlicher Veränderungen genügend Spielräume. Mit Speichersystemen wie größeren Batterieblöcken könne eine Photovoltaik-Anlage "bis auf 50 Prozent Grundlast-Abdeckung" ausgerichtet werden. Als neueste Entwicklung stellte er die "Hybrid-Energie-Zentrale", eine Kombination von Blockheizkraftwerk und PV-Anlage vor. Michael Kreis von den Stadtwerken Weiden und Bernhard Meyer von der Techem Energy Contracting GmbH präsentierten das System Contracting: Energie-Anlagen werden dabei für laufend zu zahlende Prämien von einem Dienstleister zur Verfügung gestellt.

Energieeinsparungen könnten vertraglich garantiert werden und die Anlagen nach Ablauf der Vertragsdauer in das Eigentum des Auftraggebers übergehen. Im Falle des Betriebsführungs-Contractings ist der Dienstleister nur für den Betrieb der Anlage, nicht für die Anschaffung zuständig. Vorteile lägen im Wesentlichen in den planbaren Kosten.
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