"Einfach unbezahlbar"

Hans Wiesenbach ist das Gesicht des ASV Neustadt. Jeden Tag engagiert er sich drei bis vier Stunden für den Verein. Vom Bayerischen Fußballverband bekam er nun den "Lebens-Oscar" für ehrenamtliches Engagement verliehen. Bild: prh

Ohne ihn läuft beim ASV nur wenig. Hans Wiesenbacher engagiert sich seit über 20 Jahren mit Leidenschaft als Fußballabteilungsleiter oder Zeugwart. Der Bayerischen Fußballverband zeichnete ihn mit dem "Lebens-Oscar" aus.

Für den 64-jährigen Neustädter war die Ehrung mit DFB-Uhr und Urkunde ein ganz besonderes Erlebnis. "Es war ein festlicher Rahmen mit vielen Ehrenamtlichen, Funktionären und Politikern, in dem das Ehrenamt im Fußball gebührend gewürdigt wurde", freute er sich.

36 Mitstreiter

Der Fußballbezirk Oberpfalz hatte in den Kultursaal Undorf 37 Preisträger und zahlreiche Ehrengäste eingeladen, die sich im Besonderen ehrenamtlich in den Vereinen in Sachen Fußball engagieren. BFV-Bezirksvorsitzender Maximilian Karl unterstrich bei dem Festakt, dass freiwilliges Engagement eine Chance für jeden Einzelnen darstelle. Freiwilligenarbeit sei ein Nährboden für Toleranz und ein gelungenes Miteinander. "Das Ehrenamt braucht nicht bezahlt werden. Es ist nämlich unbezahlbar".

Bundestagsabgeordnete Dr. Astrid Freudenstein stellte klar, dass viele Aufgaben, die durch die Vereinsmitarbeiter erledigt würden, der Staat gar nicht leisten könne. Sie verhehlte aber auch nicht, dass die Bürokratie das Ehrenamt erschweren könne, beispielsweise bei der Beantragung der erweiterten Führungszeugnisse. Landrat Hans Dechant lobte den BFV-Ehrenamtstag, denn dieser mache das Ehrenamt für die Öffentlichkeit sichtbar. Anschließend wurde Wiesenbacher der "Lebens-Oscar" für das Ehrenamt verliehen. "Kaum einer hat ihn mehr verdient als er", stellte ASV-Vorsitzender Juan Vilas fest. Trotz aller Lobeshymnen seitens der Offiziellen blieb der Neustädter bescheiden und setzt sogar zu einer kleinen Kritik an: "Die Auszeichnung sollten eigentlich nicht Einzelpersonen erhalten, sondern der ganze Verein", meinte er. Denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, könnten vor allem die kleinen Vereine existieren. Sicher gebe es einige, die sich mehr als andere engagieren, doch letztlich habe jeder seinen Anteil am Erfolg.

Geld und Sauberkeit

Dass sich Wiesenbacher allerdings mehr als andere im Verein engagiert, ist unbestritten. Seit über 20 Jahren ist er Fußballabteilungsleiter, Jugendleiter, Betreuer der Ersten Herrenmannschaft, Trainer der D-Junioren, Platzwart und Zeugwart. Er ist zuständig für die Liegenschaften des Vereins, organisiert die Reinigung der Umkleidekabinen sowie der sanitären Anlagen und arbeitet im Team für die Bewirtschaftung des Sportheims mit.

Als Gründer und Ausschussmitglied des Förderkreises sorgt er maßgeblich für eine solide finanzielle Ausstattung. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, dass ausländische und finanziell schwächer gestellte Jugendliche in den Verein integriert werden. Es vergeht kein Tag, an dem er sich nicht drei bis vier Stunden ackert.
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