Einfühlsame Worte und zwei Erstaufführungen beim Gottesdienst in Stadtpfarrkirche St. Georg
Kirwa mit Pauke und Trompeten

Dicht gedrängt und dennoch voller Konzentration bereicherten Chor und Orchester den Kirchweihgottesdienst mit außergewöhnlichen Aufführungen, die zum Teil erstmals in St. Georg erklangen. Bild: gag
Dicht drängten sich der Kirchenchor und 15 Instrumentalisten auf der Empore um die Kirchenorgel. Sie hatten Pauken, Trompeten und Kontrabass dabei.

Mit dem Martinslied zur Melodie "Ihr Freunde Gottes allzugleich" läuteten der Chor, der Pfarrer und die Kirchenbesucher die Messe am Kirchweihsonntag ein. Für den besonderen Anlass hatten die Musiker die romantische "Messe Nr. 6 in B" op. 39 für Soli, Chor und Orchester von Moritz Brosig als künstlerischen Leckerbissen einstudiert. Die Kompositionen des Domkapellmeisters aus Breslau, der von 1815 bis 1887 lebte, waren vor allem in Schlesien sowie im österreichischen und süddeutschen Raum geschätzt und verbreitet.

Sorgen und Gebete

Stadtpfarrer Josef Häring berichtete zum Kirchweihfest Stationen aus der Geschichte der Kirche St. Georg von der Gründung 1737 bis zum heutigen Tag. "Unsere Stadtpfarrkirche ist angefüllt mit Gebeten, fließt über von den Sorgen der Christen, die hier gebetet haben. Sie ist voll des Wortes, das hier seit Jahrhunderten verkündet wird."

Mit einfühlsamen Worten lenkte Häring die Gedanken. "Neustadt hat zwei Schutzpatrone, den Heiligen Martin als Vorbild des christlichen Teilens und den Heiligen Georg, den Schutzpatron der Pfarrkirche."

Kräftig und feierlich klang der vielstimmige Chor beim "Benedicta et venerabilis es" op. 35/1 von Moritz Brosig und beim "Locus iste" von Anton Bruckner (1824-1896). Harald Bäumler lenkte und dirigierte das vielstimmige Ensemble mit Herzblut, verstärkt durch Ehefrau Klara an der Orgel und die Söhne Georg (Pauke) und Andreas (Trompete).

Eine weitere Erstaufführung neben dem "Benedicta" in der Kreisstadt war die besonders festlich vertonte Version des Kirchenliedes "Ein Haus voll Glorie schauet" des erst am 3. Oktober im Alter von nur 51 Jahren verstorbenen englischen Komponisten und Musikdirektors Christopher Tambling. Drei ausdrucksstarke Solisten des Kirchenchors unterstrichen den feierlichen Charakter des Chorgesangs samt Orchesterbegleitung.

Bevor Harald Bäumler zum Auszug die "Musique Royale" von Michel Richard Delalande (1657 bis 1726) für zwei Trompeten, Pauken und Orgel dirigierte, klatschte die Gemeinde Beifall für die gelungene Aufführung.
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