Es reicht für die lieben Kleinen

Übergangsweise hat der städtische Kindergarten St. Josef in der Turnhalle eine Kleinkindergruppe eingerichtet. Die Erlaubnis endet im Sommer 2016. Für eine weitere Gruppe sieht der Stadtrat derzeit keinen Bedarf, da in der katholischen Einrichtung St. Martin eine ganze Menge Plätze frei sind. Bild: Götz
Bedarfsermittlung nannte sich der Punkt auf der Tagesordnung der Sitzung. Das Gremium entschied letztlich, dass es in der Stadt auch in Zukunft ausreichend Plätze in den beiden Kindergärten für den Nachwuchs gibt. Eine neue Gruppe und damit ein Ausbau in St. Joseph sei nicht nötig. "Diese Entscheidung ist recht und billig, denn wir vertrauen den Zahlen", meinte CSU-Sprecher Joe Arnold. "Wir können nicht über Bedarf Plätze zur Verfügung stellen."

Beschluss revidierbar

Ein Hintertürchen hielt sich der Stadtrat offen. "Wenn wir in einem Jahr sehen, dass doch Bedarf besteht, dann ist ein neuer, auch entgegengesetzter Beschluss möglich", sagte Bürgermeister Rupert Troppmann.

Im katholischen Kindergarten St. Martin gibt es 100 Plätze plus 8 weitere sogenannte Notplätze, die regulär belegt werden können. In der Krippe sind es 12 plus 1, berichtete Julia Garg vom Kreisjugendamt.

Der städtische Kindergarten St. Joseph bietet 75 plus 6 Plätze im Kindergarten und 28 plus 2 in der Krippe. Derzeit besuchen außerdem 16 Mädchen und Buben die seit vergangenem Herbst bestehende provisorische Kleinkindgruppe. Sie ist in der Turnhalle der Einrichtung untergebracht. Die Genehmigung läuft zum Ende des kommenden Kindergarten-Jahres aus.

Die Kindertagesstätte St. Joseph hatte sich für die feste Einrichtung einer neuen Gruppe und den Ausbau des Dachgeschosses eingesetzt. Dann könnten auch die übrigen Kinder die Turnhalle wieder nutzen. Für das Kindergartenjahr 2016/17 seien alle 81 Plätze bereits belegt, berichtete Leiterin Monika Wittmann. Für die Krippe gebe es 16 Anmeldungen und somit 12 plus 2 freie Plätze. "Aber jetzt sind bei weitem noch nicht alle Anmeldungen da."

Dazu kämen Familien, die erst nach Neustadt zögen sowie Notfälle, die das Jugendamt schicke. Für die Planung der Krippe sei die Vorlaufzeit kurz, ergänzte Wittmann. "Kinder, die 2016 kommen, sind zum Teil noch gar nicht geboren."

Die Berechnung einer Prognose gerade im Kleinkind- und Krippenbereich sei sehr schwierig, bestätigte auch Troppmann. "Tatsache ist aber auch, dass sich die Geburtenrate in Neustadt zwischen 30 und 40 Geburten pro Jahr festigt."

Der Rathauschef sprach von einem Standortvorteil der Stadt, da Mütter und Väter, die hier arbeiten, gerne ihre Kinder auch hier unterbringen. Das Gremium war sich einig, die Kindergärten auch künftig für Mädchen und Buben aus dem Umland offenzuhalten.

Die neuen Kindergärten in Letzau und Püchersreuth könnten ein Grund sein für ein ganz anderes Bild in St. Martin. "Wir sind noch nie mit so wenig Kindern ins neue Jahr gestartet", bedauerte Gabriele Greifeneder die Entwicklung in St. Martin. Die Tendenz sei eher fallend und das Defizit bei mangelnder Auslastung steigend, ergänzte Norbert Duckarm von der Geschäftsführung Kindertagesstätten der Caritas Regensburg.

Zur Hälfte ausgebucht

Nach seiner Prognose hat St. Martin 61 Mädchen und Buben, die im September 2016 angemeldet sind. Somit gibt es nach derzeitigem Stand noch 39 freie Plätze. Die Krippe ist mit 6 Anmeldungen zur Hälfte ausgebucht. Dazu kommt auch noch ein freier Notplatz.

SPD-Sprecher Achim Neupert stellte fest, dass mehr als 50 freie Plätze in Kindergarten und Krippe eigentlich ausreichend seien. "Wahlfreiheit für Eltern ist wichtig", betonte sein Kollege von den Freien Wählern, Gerhard Steiner. In beiden nur einen Kilometer voneinander entfernt liegenden Einrichtungen werde hochwertige Arbeit geleistet.

"Die Wahlfreiheit ist für unsere Entscheidung nicht die oberste Prämisse." Neuzugänge könnten durch die künftigen Bewohner des neuen Baugebietes "Rumpler III" kommen, urteilte Annette Karl (SPD). "Für die müssten die 39 freien aber Plätze reichen."
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