Farben wecken Gefühle

19 Künstler boten ein der Herbstausstellung einmal mehr ein breites Spektrum heimischer Kunst. Organisiert hat die Ausstellung, die erstmals in der Stadthalle statt fand Ernst Umann (rechts). Bild: prh

Wenn orientalische Träume auf Oberpfälzer Schnitzkunst und abstrakte Malerei auf naive Kinderdarstellungen treffen, dann ist Herbstausstellung des Künstlerischen Arbeitskreises im Oberpfalzverein Neustadt.

Bereits zum 13. Mal wurde am Freitagabend die sehenswerte Ausstellung, in der 19 in der Region ansässige Künstler einen beeindruckenden Querschnitt ihres Schaffens präsentieren, mit einer Vernissage eröffnet. "Wegen des großzügigen Platzangebots in der Stadthalle ist sie an Teilnehmern, Vielfalt und Kunstobjekten gewachsen", freute sich Ernst Umann, Leiter des Künstlerischen Arbeitskreises, bei der Begrüßung.

Schüler zeigen Collage

Er rückte den Spruch von Managementtrainer Boris Grundl "Wer von außen nach innen denkt, kann Zufriedenheit und Glück nicht erlangen. Wer von innen nach außen denkt, wird sein eigener Glückslehrer" als Leitfaden für die Ausstellung in den Mittelpunkt. Glücksgefühle regten sich bei den Besuchern beim Betrachten der Werke. "Bühne frei" hieß es für die enorme Sammlung von Puppenstuben, Puppen und Puppenkleidern von Vronita Grünauer, die man durchaus als Dokument der Zeitgeschichte bezeichnen kann. Zum ersten Mal zeigten Schüler der Felix-Schule an zwei Stellwänden "Blickpunkte von Neustadt", in einer Collage, die die Ansicht der Kreisstadt fast wie die Skyline einer Großstadt erscheinen ließ. Maria Enslein zeigte nicht nur ihre Kunstwerke aus Wachs, sondern auch Oberpfälzer Trachten, die sie in Handarbeit fertigte. Erstmals gewährte Alfons Kistenpfennig Einblicke in seine handwerklich hervorragend gearbeitete Holzreliefs.

Wenn orientalische Träume auf Oberpfälzer Schnitzkunst und abstrakte Malerei auf naive Kinderdarstellungen treffen, dann ist Herbstausstellung des Künstlerischen Arbeitskreises im Oberpfalzverein Neustadt. Bilder von Hans Press


Anton Sammet überzeugte mit einer Installation vom 3-D-Kopf-Knopf- bis zum Glasplattenbild. Farbkräftige Fotos seiner Heimatstadt aus der Luft stellte Johannes Meister aus. Karin Siegel bewies ihr Auge fürs Motiv mit Aufnahmen des Glasbrunnens vor dem Rathaus, die die Stadthäuser in den bunten Glasscheiben bezaubernd reflektierten. Filzdesignerin Anita Köstler kehrte zurück zur Natur mit ihren kreativ in Szene gesetzten Formen und Farben.

Mit orientalischen Träumen, handwerklich perfekt umgesetzt, knüpfte der Iraner Mohammad Zahari an den großen Erfolg seiner Ausstellung im Rathaus an. Seine Bekannte Avisah Fallah interpretierte ihre Gefühle als Iranerin in einen Frauenkopf: Viele Gedanken und verschlossene Lippen. Abstrakt stellte Naser Seddighi, ebenfalls aus dem Iran, seine Träume dar, die sich mit der Zeit mit der Realität vermischen. Er setzte Jost und Ursula Hess aus Weiden in Form von zwei zusammengehörenden Dreiecken, umschlossen von der grauen Asylpolitik, ein Denkmal. Damit bedankte er sich für die große Hilfe der beiden in Sachen Asyl.

Gisela Walbrunn aus Vohenstrauß beschäftigte sich unter anderem in einer Collage mit dem Musiker Max Reger. Andrea Sonnauer begeisterte mit ihrem Neustadt-Bild und drei herbstlichen Acrylarbeiten mit aufwendiger Technik.

Herbst in Farbe

Ein Blickfang waren die Kuh-Bilder von schottischen Hochlandrindern von Steffi Stangel. Edith Weiß legte ihr Gefühl für Farben und Formen in zwei herbstliche Aquarelle, und Rita Beutler ließ die Betrachter tief in ihre Malwelt mit fröhlichen, heiteren Kindermotiven eintauchen. Alexandra Kennedy zeigte drei Acrylbilder, bei denen die grünen, ruhigen Hintergründe durch farbliche Engeldarstellungen aufgelockert sind.

"Kunst ist wertvoller Bestandteil des Zusammenlebens", sagte Bürgermeister Rupert Troppmann. Die Stadt sei gerne in die Bresche gesprungen und habe die Stadthalle als Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt. Ein Bläserensemble der Musikschule unter der Leitung von Karl Wildenauer umrahmte die Vernissage. Die Ausstellung kann täglich bis 6. November (außer heute) von 14 bis 17 Uhr in der Stadthalle besucht werden.
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