Festliche Premiere des Neustädter Kirchenchors
Besonders festliches Werk

Stadtpfarrer Josef Häring zeigte anlässlich des Fests des Märtyrers Stephanus Beispiele der Christenverfolgung in vergangener und aktueller Zeit auf. Dabei beschwor er die Wichtigkeit öffentlicher christlicher Glaubenszeugnisse.

Der Neustädter Kirchenchor verfügt seit kurzem über ein besonders festliches Werk, das man in dieser Version nicht kaufen kann. In der gut gefüllten Stadtpfarrkirche hatte das Stück nun Premiere.

Kirchenchor und Orchester der Stadtpfarrkirche haben am zweiten Weihnachtsfeiertag in einem festlichen Gottesdienst erstmals die "Missa Sancti Gabrielis" und das Graduale für die Weihnachtszeit "Benedictus, qui venit" von Michael Haydn aufgeführt. Die Solopartien sangen Annette Scherb (Sopran), Betty Fröhlich (Alt) und Peter Fröhlich (Bass). An der Jann-Orgel spielte Klara Bäumler. Die Gesamtleitung hatte Harald Bäumler.

Festliche Kirchenmusik hat seit jeher Tradition in der Stadtpfarrkirche St. Georg. Dabei werden auch immer wieder neue Kompositionen bekannter und weniger bekannter Komponisten erarbeitet und aufgeführt. Am Anfang steht jedoch die Auswahl und Beschaffung des passenden Notenmaterials.

Rechtzeitige Planung

Wie überall im Leben geht nichts ohne rechtzeitige Planung der kirchenmusikalischen Programme. Schon vor Jahresbeginn werden die Weichen für alle Einsatztermine gestellt, und alle Sänger erhalten einen Jahresplan mit allen bekannten Terminen.

Auch die grobe musikalische Planung wird bereits am Jahresanfang festgelegt. Die Detailplanung jedes Gottesdiensts sowie die Auswahl der Werke passend zur jeweiligen Messe erfordert viel Zeit und auch Wissen um die liturgischen Erfordernisse.

Bei der Suche nach neuen Musikstücken leistet inzwischen das Internet unverzichtbare Dienste. Hat man früher Stunden im Notengeschäft mit Partituren verbracht oder stoßweise Probepartituren bestellt, bieten heutzutage fast alle Verlage eine Vorschau, oftmals inklusive Musikbeispiel auf ihren Webseiten.

Völlig neues Angebot

Ein völlig neues Angebot hat sich jenseits der kommerziellen Verlage im Internet gebildet: Enthusiasten und Musikfreunde veröffentlichen sogenannte "gemeinfreie" Noten, das heißt Werke, die nicht mehr dem Urheberrecht unterliegen und daher beliebig vervielfältigt werden dürfen. Dies geschieht entweder als Wiedergabe der Originalausgaben aus frühen Zeiten oder in Form neu gesetzter Ausgaben unter Verwendung der inzwischen auch bezahlbaren Notensatzprogramme.

Dabei gibt es immer wieder beachtliche Neuentdeckungen. Ein Profi auf diesem Gebiet ist der ehemalige Musiklehrer Karl-Heinz Malzer, der schon ungezählte Schätze dem Vergessen entrissen hat. Besonders der berühmte Neustädter Komponist der Mozartzeit, Franz Gleißner, liegt ihm dabei bekanntlich am Herzen.

Von Malzer stammte auch der Hinweis auf das wohlklingende Graduale "Benedictus, qui venit" zum Weihnachtsfest von Michael Haydn. Damit lag ein passendes Werk zur bereits für den zweiten Weihnachtsfeiertag ausgewählten "Missa St. Gabrielis" auf dem Tisch. Leider waren anfangs nur der Chorsatz und eine Orgelbegleitung aufzutreiben. Für das Orchester fanden sich dagegen keine passenden Noten.

Auch hier war das Internet eine große Hilfe. Die Staatsbibliothek arbeitet seit Jahren daran, ihr gesamtes Angebot in digitaler Form zur Verfügung zu stellen. Und als wahrer Glückstreffer waren zwei handschriftliche Ausgaben genau dieses Werkes bereits eingescannt und abrufbar.

Das Abtippen der offensichtlich unter Zeitnot erstellten Partitur inklusive Ausbesserung diverser historischer Flüchtigkeitsfehler wurde zu einem spannenden und zeitraubenden Puzzlespiel. Eine große Hilfe dabei war Andreas Bäumler, der sich der "Clarini" annahm. Als Endergebnis verfügt der Kirchenchor nun über ein besonders festliches Werk, das man in dieser Version nicht kaufen kann. Aber im Internet wird es sicher bald abrufbar sein.

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Weitere Informationen im Internet:

http://imslp.org, www.cpdl.org oder https://opacplus.bsb-muenchen.de
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