Flotte Wanderer feiern 50. Geburtstag und erinnern sich auch an zerrissene Hosen
Wegen roter Karos kein Bett im Wirtshaus

Seit 50 Jahren gibt es den Club der Flotten Wanderer und ebenso lange sind Manfred Hubatschek und Herbert Striegl dabei. Bei einer ausgelassenen Jubiläumsfeier im "Sackritterstüberl" blickten die Freunde des Wandersports zurück.

Die Gründungsversammlung trat am 5. Januar 1964 im Café Roth in Neustadt zusammen. Elf Männer waren es damals, die fortan gemeinsam auf Schusters Rappen durch die Lande ziehen wollten. Dafür reisten sie durch ganz Bayern und sogar bis Thüringen und nach Österreich.

Dabei machten sie auch manche skurrile Erfahrung. Zum Beispiel im September 1972 im oberbayerischen Moosburg. Sie wollten beim Internationalen Wandertag mitmarschieren und reisten bereits am Vorabend an. In einer Gastwirtschaft erkundigten sie sich nach Zimmern für die Übernachtung. "Seid ihr Kommunisten?", fragte der Gastwirt die Oberpfälzer, die rotkarierte Hemden trugen.

Alle Beteuerungen halfen nichts. Der oberbayerische Wirt wollte den Wanderern aus Neustadt kein Vertrauen schenken und ließ sie nicht bei sich übernachten. In einem Hotel in der Nähe nahm man sie dann aber doch noch freundlich auf.

Neben Wanderungen legten die Flotten Wanderer immer Wert auf Geselligkeit. In den späten 70er und frühen 80er Jahren beteiligten sie sich an Faschingszügen. Zu ihrem Feiertag erkoren sie den Vatertag. Spontane Fußballeinlagen etwa auf den Anlagen des Eisstockvereins endeten da schon mal mit zerrissenen Hosen oder gebrochenen Zehen.

1984 feierte die Gemeinschaft 20-jähriges Bestehen in der damaligen Bärenhalle. 1995 bauten sie ihre eigene Vereinshütte an der Ziegelhütte in der Nähe der Eisstockanlagen. Die sportlichen Ambitionen haben die Flotten Wanderer etwas zurückgeschraubt. Beim Schafkopfen oder Watten laufen sie dagegen noch immer zu Hochform auf. Und sogar mehrere Neumitglieder haben sie für sich gewonnen.

Beim Vereinsjubiläum ehrte die Versammlung Lothar Nenninger für 25-jährige Treue zum Club. "Du hast über 22 Jahre von 1991 bis 2013 die Chronik lückenlos geführt", dankte ein Clubmitglied dem Jubilar. Manfred Hubatschek, erster Vorsitzender im Jahr 1964 und nach verschiedensten anderen Posten auch aktuell wieder an der Vereinsspitze, war von Anfang an dabei, ebenso wie Herbert Striegl.

"Es gibt fast kein Amt, das die beiden noch nicht im Verein übernommen haben. Der Club ist und bleibt euer Lebenswerk. Auch wenn sich die Personalstruktur immer wieder verändert hat, unser Club kann auf Mitglieder wie euch bauen." Die Versammlung dankte den Jubilaren mit einem dreimaligen "Gut Fuß, gut Fuß, gut Fuß".
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