Flyer und Kunst als Rettungsringe

Steht ein mögliches Aus für den Oberpfalzverein in enger Verbindung mit der demografischen Entwicklung? Der Vorsitzende des Neustädter Zweigvereins Ernst Umann ist davon überzeugt.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, will der Hauptverein einen Flyer herausgeben, um auch bei jungen Menschen das Interesse für einen Beitritt in einen der Ortsvereine zu wecken.

Zur Jahreshauptversammlung des Hauptvereins im "Weißen Rössl" waren 24 Mitglieder aus den Ortsvereinen Luhe-Wildenau, Neustadt, Regensburg, Tirschenreuth und Weiden gekommen.

In einer Vorstandssitzung habe man die Weichen für die anstehenden Neuwahlen gestellt, berichtete Hauptvereins-Chef Dr. Karl-Heinz Preißer. Kassenwart Ralf Linhart sprach von insgesamt 382 Mitgliedern. Dem Ortsverein Luhe-Wildenau gehören 148 Mitglieder an. Weiden zählt 77 und Regensburg 63 Mitglieder. In Tirschenreuth interessieren sich 54 Mitglieder für den Oberpfalzverein, und in Neustadt gehören 40 Personen dem Zusammenschluss an.

650 Seiten in zwei Bänden

In unterschiedlichem Umfang berichteten die Vertreter der Ortsvereine über ihre Aktivitäten. Harald Fähnrich, Arbeitskreis-Hauptvertreter für Geschichte, informierte über das von ihm erstellte Manuskript zur Geschichte Tirschenreuths. In Buchform umfasste es 650 Seiten. Aufgrund des Umfangs soll das Werk in zwei Bänden herausgegeben. Teil 1 wird im November erscheinen, Band 2 ab Ostern zu kaufen sein. Fähnrich hat lang recherchiert und das Manuskript weitgehend selbst verfasst.

Nachdem die Stadt signalisiert habe, dass sie kein Interesse an dem Werk habe, habe er die Herausgabe selbst in die Hand genommen, berichtete der Autor. Im Vorverkauf kostet das Buch 19,90 Euro. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 20 000 Euro. Die Mitglieder folgten Preißers Vorschlag, Fähnrich einen Zuschuss von 5000 Euro zu gewähren. Als Gegenleistung darf sich der Oberpfalzverein auf einer Buchseite präsentieren.

Umann beendete seinen Bericht über die Aktivitäten in der Kreisstadt mit der klaren Erkenntnis, dass es den Verein in 20 Jahren nicht mehr geben werde. Der Grund liege in der demografischen Entwicklung. Preißer räumte ein, dass die Jugendarbeit in den Vereinen sehr schwer sei. Chancen, die Situation zu verbessern, sieht der Hauptvereinsvorsitzende in der Herausgabe des Flyers. Attraktiv für neue Mitglieder seien die künstlerischen Arbeitskreise. Der Tirschenreuther Vorsitzende Rudolf Schmidt ist überzeugt, dass es in 20 Jahren auch eine Vielzahl anderer Vereine nicht mehr geben werde.

Vorsitzender bestätigt

Bei den reibungslos verlaufenen Neuwahlen wurde Dr. Karl-Heinz Preißer ebenso einstimmig per Akklamation als Vorsitzender des Hauptvereins bestätigt wie die abwesende Astrid Kriechenbauer als Stellvertreterin. Die Kasse führt weiterhin Rolf Linhart, der gleichzeitig die Protokolle schreibt. Die Kasse prüfen Hans Scharnagl und Georg Raithel.
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