Für Fußgänger langsam fahren

Kurz und gerade ist die Straße zwischen Reiserdorf und Neustadt. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung und ein Verbot für schwere Fahrzeuge sollen für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer sorgen. Bild: Hartl

Fast ein wenig trotzig gestaltete sich die Diskussion zwischen Polizei, Bürgermeister und Stadträten um mehr Sicherheit für Fußgänger am Reiserdorfer Berg. Die einen hüteten das Gesetz, die anderen sorgten sich um eine einfache Lösung.

"Wir wollen eine kerzengerade Straße, auf der ich als Kind schon Schlitten gefahren bin, verkehrsberuhigen", sagte Bürgermeister Rupert Troppmann als Einführung im Stadtrat zum Tagesordnungspunkt Verkehrsregelung am Reiserdorfer Berg. Das Ansinnen der Stadt war schon seit Sommer klar. Damals hatte man sich mit Störnstein geeinigt, die Verbindung in dessen Ortsteil Reiserdorf zu sanieren und die Kosten aufzuteilen.

Vereinbartes Ziel der beiden Nachbarkommunen war außerdem, durch eine Tempo- und Tonnagebeschränkung für mehr Sicherheit beim Fußgängerverkehr zu sorgen. Dazu wollte sich die Stadt mit der Polizei abstimmen. Und die sei bemüht, zu einem guten Konsens zu kommen, sagte Oberkommissar Helmut Franz als Gast in der Sitzung.

"Eine Geschwindigkeitsregelung einfach nach Belieben geht nicht", erklärte sein Kollege Alfred Arnold. Das Gesetz schreibe die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs vor. Der beste Schutz für Fußgänger außerorts sei ein Gehweg. "Und der ist teuer", ergänzte Franz.

Troppmann konterte mit Ideen wie einer Versetzung des Ortsschildes, damit die Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts erfolgen könne. Außerdem verwies er auf den schlechten Zustand der Straße, die kein höheres Tempo zulasse. "Das geht nur für eine gewisse Zeit", versuchte Franz die Bremshebel des Gremiums seinerseits auszubremsen. Die Stelle ist nach Meinung der Polizei auch kein Unfallschwerpunkt.

"Wenn die Straße schlecht ist, werden wir sie wieder richten", versprach der Rathauschef. "Aber es steht nicht im Gesetz, wann wir das tun." Mit dem Stadtrat war er sich einig, dass man nun wegen der Schäden eine Beschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde und auf 3,5 Tonnen anstrebt.
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