Geisterstunde in der Aula

Jon hat mit dem rettenden Schwert den Geist getötet (Mitte): Ella und William Longspee waren Zeugen des schaurigen Kampfes. Bilder: gag
 
Ein Geist am Klavier und ein versierter Chor untermalten perfekt die Gruselstimmung.

Schlimm genug, wenn man als Junge wegen des neuen Lovers der Mutter in ein Internat abgeschoben wird. Dass das aber ausgerechnet das Internat ist, in dem Geister darauf lauern, ihn umzubringen ist des Guten zu viel. Das demonstrierte die Theatergruppe des Gymnasiums.

Der 14-jährige Jon Whitcroft (Jonas Sonnek) findet das Internat in Salisbury trostlos: strömender Regen, dunkle Gemäuer, enge Flure, fremde Gesichter und ein Zimmer, das er sich mit den Mitschülern Stuart und Angus (Melina Matthes und Theresa Steiner) teilen muss. Dazu strenge Regeln und die strengen Gasteltern Alma und Edward Poppelwell (Karin Raab und Alexander Weißenberg).

Schon in der ersten Nacht kommen die Geister von Charles Stourton, einem rachsüchtigen Geisterritter (Sebastian Eck, in weißer Langhaarperücke und mit Strick um den Hals) und seinem wilden Gehilfen (Korbinian und Maximilian Pöllath, Jakob Frischholz). Er will Jon töten, um den letzten aus der Sippe, die an seinem Tod Schuld ist, auszulöschen.

Ella hilft

Gruselstimmung machte sich in der Aula breit. Jon braucht Hilfe, und zum Glück gibt es jemanden in Salisbury, der sich mit Geistern auskennt: seine Mitschülerin Ella Littlejohn (Sophie Eger). Deren schrullige, mit Pflanzennamen wie "Stinkwurz" oder "Nesseldreck" fluchende Großmutter Zelda (Catrin Schnupfhagn), bietet Geistertouren für Touristen an, und kann Gespenster verjagen. Lustige Kröten hüpfen um Jon und Ella herum und quaken fröhlich in jede Unterhaltung. Im grünen Froschkostüm: Johanna Sperber, Anna Senfft, Sedef Rencberler. Zelda weiß Rat: Jon bittet den Geisterritter William Longspee (Nina Weber) um Hilfe, dessen Grab in der Kathedrale von Salisbury steht.

Longspee, zwischen 1175 und 1180 als unehelicher Sohn des englischen Königs Heinrich II. geboren, im Jahr 1226 bestattet, ist der Geist des Halbbruders von Richard Löwenherz und soll jenen helfen, die ihn in größter Not rufen. Darauf hofft auch Jon Whitcroft. Als Gegenleistung verspricht Jon, das verschollene Herz von Longspee zu finden, damit der Geist wieder mit seiner geliebten Ehefrau Ela - Namenspatin für Jons Freundin Ella - vereint werden kann. Dieses soll in Stonehenge zu finden sein. Nach Intrigen, Kampf und überraschenden Wendungen kommt es schließlich doch zum guten Ende.


Spritzig inszeniert

Raffinierte Vorhangtechnik ließ einen Geist erscheinen und wieder verschwinden, Schülerinnen mimten die Dolmen in Stonehenge, eine amerikanische Fremdenführerin (Ann-Sophie Stich) führte Touristen herum.

Ein Busfahrer (Daniel Hecht) sammelte Fahrgäste ein. In den Umbaupausen sang der Unterstufenchor unter der Leitung von Wolfgang Gleixner, in der Kathedrale ließen Lars Amann, Roland Assion, Mirijam Denz und Laura Schieder Choräle erklingen. Und zwischendrin immer wieder das lustige "Quak" der drei Kröten.

Das Kinderbuch "Geisterritter" von Cornelia Funke war die Vorlage für dieses gelungene Theaterstück. Katharina Flögel hatte als Maskenbildnerin viel Fantasie bewiesen. Regie führten die beiden Studienrätinnen Katharina Ruhland-Zahner und Anke Saalfrank. Mit großem Applaus dankten die Zuschauer für die tolle Leistung und einen unterhaltsamen Abend.
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