Gertraud und Hermann Wild feiern goldene Hochzeit
Ja nach drei Schnäpsen

Zur goldenen Hochzeit von Hermann und Gertraud Wild (von links) gratulierte Bürgermeister Rupert Troppmann mit einem großen Blumenstrauß. Bild: bgm
"Wenn man sich die Geschichten so überlegt, ist das schon so wie das königlich-bayerische Amtsgericht", erinnerte sich Gertraud Wild an die Zeit, in der sie gemeinsam mit Ehemann Hermann an der Dorfschule in Burkhardsrieth unterrichtete. 1965 traten sie ihre erste Stelle in dem Ort bei Pleystein an - sie als Lehrerin, er als Schulleiter. Zusammen unterrichteten sie mehr als 90 Kinder.

Im selben Jahr heiratete das Paar, das sich beim Studium in Regensburg kennengelernt hatte, standesamtlich. Der Schulrat hatte auf die Eheschließung gedrängt, war es damals doch kaum vorstellbar, dass ein unverheiratetes Paar trotz unterschiedlicher Wohnungen an derselben Schule arbeitete.

Erst um 19 Uhr könne der Termin am Standesamt stattfinden, weil die Landwirte vorher keine Zeit hätten, hieß es. Auch dann hatte der Standesbeamte keine Eile und schenkte den ersten, den zweiten und schließlich den dritten Schnaps ein.

Erst dann wurde dem frischvermählten Paar der Hintergrund der Verzögerungstaktik klar: Im ganzen Dorf hatte man die Straßenbeleuchtung abgestellt, und alle 90 Schüler gratulierten den Lehrern mit Laternen in den Händen. Zwei Tage später folgte die kirchliche Hochzeit in Altenstadt, Gertrauds Geburtsort.

Hermann, der aus Maxhütte stammt, begann nach der Auflösung der Schule in Burkhardsrieth ein einjähriges Kunststudium in München und unterrichtete dann an der Weidener Fachoberschule. Gertraud fand eine Stelle an der Neustädter Grundschule. Seit 1973 wohnen beide im Eigenheim am Rumpler.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.