Glänzend restauriert

Die Figuren aus Lindenholz strahlen wie neu auf ihrem Steinsockel. Hermann Wild hat die Schnitzkunst aus Lindenholz restauriert. Auch das Kirchenkreuz vor der Stadtpfarrkirche St. Georg ist überholt und verbessert worden. Bild: krb

Geburtstage sind immer für eine Überraschung gut. Wenn es auch noch eine positive ist, die der Allgemeinheit zugute kommt, erfüllt sie gleich mehrere Zwecke.

Zur Fronleichnamsprozession dürfte es allen Gläubigen aufgefallen sein: Sowohl das Kreuz als auch die beiden Plastiken vor der Stadtpfarrkirche sehen wie neu aus. Hermann Wild hat beide Figuren restauriert und so für die kommenden Jahrzehnte erhalten. Die Aktion ermögliche Stadtpfarrer Josef Häring. Er feierte 60. Geburtstag, hatte jedoch keine besonderen Wünsche. Vielmehr sollte es etwas Sinnvolles sein.

Stark beschädigt

Sein engster Mitarbeiter, Mesner Josef Gleißner, hatte die Idee: "Wir schenken ihm das restaurierte Kreuz mit den Figuren zum Geburtstag." Gesagt, getan. Zusammen mit dem Pfarrgemeinderat wurde die Aktion geplant. Gleißner war bereits durch die restaurierten Fastenbilder auf Wild und seine Fähigkeiten aufmerksam geworden. Der ehemalige Kunstlehrer sagte auf Anfrage sofort zu.

Eine Untersuchung ergab, dass die fast lebensgroßen Plastiken arg beschädigt waren. "Sie liefen Gefahr, in ihrer Substanz geschädigt zu werden", sagte Wild. Alle Objekte wurden abgenommen und gründlich gereinigt. Im nächsten Schritt nahm Wild die alte, defekte Fassung per Hand ab. Risse und Spalten schliff er ab, goss er aus, leimte und hinterfütterte sie mit dünnen Holzstreifen.

Danach grundierte er das blanke Lindenholz und trug nach einem Zwischenschliff den Malgrund auf. Durch ständiges Schleifen erhielt die Oberfläche die Glätte. "Immer wieder musste das Holz gründlich trocknen, bevor ein Speziallack als Schutz gegen die Witterung aufgetragen werden konnte", erzählte Wild.

Holz ungeeignet

Die Schwierigkeiten resultieren daraus, dass die Plastiken aus Weichholz (Linde) geschnitzt sind. Es ist für draußen ungeeignet. Die Pfarrgemeinde muss vermutlich in 15 bis 20 Jahren wieder Geld in die Hand nehmen, um die Figuren zu erhalten. Die letzte Restaurierung ist ebenfalls erst 13 Jahre her. Die Montage der Plastiken erfolgte unter Leitung des Mesners Gleißner und mit Hilfe von Wolfgang Pöllath sowie Lorenz Singer.

Auch Winfried Kraus und Johannes Gleißner waren beteiligt. Die Jagdgenossenschaft stellte ein Gerüst zur Verfügung, ein zweites, fahrbares kam von Siebdruck Regler. Gleißner hat das Kreuz gereinigt und gestrichen, Pöllath fertigte für das Dach eine Schablone an, damit durch eine Unterkonstruktion mehr Stabilität in das Blech kam. Diese Konstruktion fertigte die Neustädter Firma Naber und Steiner. Bei einem Gespräch lobte der Restaurator die Schnitzarbeit, die es zu erhalten gilt.
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