Gratulanten stehen Schlange beim 80. Geburtstag von Ursula Koppe
Schlesien ist ihre Heimat

Mit den Töchtern Christine Schumacher (rechts) und Monika Krug (Zweite von links), Bürgermeister Rupert Troppmann (links) und Stadtpfarrer Josef Häring (Zweiter von rechts) feierte Ursula Koppe 80. Geburtstag. Bild: spz
Wenn an einem Tag ständig Gäste mit Geschenken vor der Haustüre stehen, Bürgermeister Rupert Troppmann mit einem Blumenstrauß nebst Kuvert seine Aufwartung macht, Stadtpfarrer Josef Häring Glückwünsche überbringt, Siedler-Vorsitzender Arthur Weber, Nachbarn und Freunde gratulieren und ununterbrochen das Telefon klingelt, dann muss ein besonderer Mensch Geburtstag haben.

So war es am Montag in der Oswald-Hafner-Straße. Am 80. Geburtstag von Ursula Koppe gaben sich die Gratulanten die Türklinke in die Hand. Kein Wunder. Die Jubilarin ist durch ihr jahrzehntelanges Engagement bei der Landsmannschaft Schlesien allseits bekannt und sehr beliebt und freute sich zusammen mit den Töchtern Christine Schumacher und Monika Krug mit Ehemann über die Aufmerksamkeit.

Als wäre es gestern erst geschehen, erzählt die Jubilarin, aus ihrem bewegten Leben und von den unvergesslichen, furchtbaren Kindheitserinnerungen mit Flucht und Vertreibung. Am 26. Januar 1935 erblickte sie als Ursula Mücke in Ruhland in Oberschlesien das Licht der Welt. Nach zwei gescheiterten Versuchen im Februar und April 1945 flüchtete die Mutter mit der Zehnjährigen, ihren zwei Schwestern und dem Großvater im August 1946 nach Frankenstein. Dort wurden sie in Zugwaggons verladen. Die dreiwöchige Odyssee im "letzten Treck" nach Deutschland endete in Bielefeld.

Durch Zufall erfuhr Ursulas Mutter, dass sich ihr Mann in einem Auffanglager in Weiden aufhielt. Der gelernte Schreiner bekam Arbeit in der Neustädter "Hauer-Säge" und konnte dadurch im August 1946 seine Familie zu sich holen. Ursula fand eine Anstellung als Glasschleiferin bei Tritschler. Bei einem Ausflug 1951 nach Niederbayern traf sie Josef Koppe wieder, den sie aus ihrem Heimatort in Schlesien kannte.

1955 heiratete sie den gelernten Bäcker und Konditor, mit dem sie 1963 das Eigenheim in der Oswald-Hafner-Straße baute. Eine Tochter und Ehemann Josef musste sie schon zu Grabe tragen. Freude machen ihr fünf Enkel. Inzwischen ist die Jubilarin zweifache Uroma. Einmal in der Woche trifft sie sich mit Gleichgesinnten bei den "Strickliesln".
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