Heißer Ritt im "Weißen Rössl"

Schluss mit Weihnachtsfrieden! Am Samstag setzten die Musiker von "Rock Alive" einen lauten Kontrapunkt zur allgemein besinnlichen Stimmung.

Das "Weiße Rössl" war proppenvoll. Alle wollten den musikalischen Wirt Sepp Walbert an seiner Hammondorgel sehen, zusammen mit seinen Bandkollegen. Die weihnachtliche Tischdeko ließ nicht vermuten, was gleich danach losbrechen sollte.

Martin Hauer legte sich vom ersten Ton an ins Zeug. Dem smarten Mittzwanziger mit modischer Kurzhaarfrisur sah man den Rocker nicht an. Nach einem "Hawadere mitananda" fetzte er los. "Love is like Oxygen" von Sweet, alle beliebten Klassiker von Who, Supertramp, Led Zeppelin und wie sie alle heißen aus 30 Jahren Rockgeschichte. Die "Oldies" im Publikum strahlten und wippten: "Das ist unsere Musik!"

Im 70-er-Jahre-Shirt

Gitarrist Raphael Gerl hatte sich stilgerecht ein rotes 70-er-Jahre-Shirt übergestreift. Mit seinem Gitarrensound riss er das Publikum von den Stühlen. Ein klares Gitarrenintro kündigte "Whiskey in the Jar" an. Großartig auch sein Solo beim "House oft he rising Sun".

Zusammen mit den Bandkollegen Thomas Treml am Schlagzeug, Patrick Siegel am Bass und Katinka Dittrich (Gesang, Akustikgitarre) steigerte sich die sechsköpfige Band von Stück zu Stück. Die alten Mauern des "Weißen Rössl" saugten förmlich die Klänge aus ihrer Glanzzeit auf. Großartig interpretierte die Band die Stücke und drückte ihnen ihren eigenen Stempel auf. "Old Time Rock and Roll" (Bob Seger 1978), "Locomotive Breath" von Jethro Tull, ein sehr authentisches "Whole Lotta Love" von Led Zeppelin, bei dem sich "Haui" richtig verausgabte, oder bekannte und lange nicht gehörte Songs von Pink Floyd, Kansas oder Bad Company begeisterten das Publikum.

Doch die Band konnte auch ruhig. Als Trio mit Katinka, Raphael und Josef erklang "Dust in the Wind". Raphael Gerl bewegte bei "Stairway to Heaven" (Led Zeppelin) und "Wish you were here" (Pink Floyd) das Publikum mit großartigen Tönen, ließ seine Gitarre jaulen, steigerte sich richtig hinein.

Szenenapplaus, Rufe und Pfiffe belohnten seine Fingerfertigkeit, die er auf wechselnden Gitarren bewies. Seine jahrzehntelange Band-Erfahrung war spürbar, früher bei den "Kentucky Riders" und bei "Ragged Feet". Ein richtiger "Oldie" auf der Bühne war Josef Walberts Verstärker für seine Hammondorgel: eine Original "Leslie" aus den 50-er Jahren. "Can't get enough of your love", "Gimme some loving" und - für die Ladies im Saale - "Easy like Sunday morning" von Lionel Ritchie. Die Zahl der Superhits ließe sich fortsetzen. Die Band beherrscht sie alle. Entsprechend ausgiebig fiel der Applaus aus, so dass noch mehrere Zugaben angehängt wurden.

Rock auf der ganzen Welt

Mit "Rockin' all over the world", "Smoke on the water" und zum Schluss "Hot Love" von T. Rex verabschiedete sich die lebendige Truppe, die sichtlich Vergnügen an dieser Musikära und den unvergesslichen Rockkrachern hat.
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