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Petra Schaffarz ist für elf afrikanische Asylbewerber Mädchen für alles. Sie sorgt dafür, dass die jungen Männer Struktur in ihren Alltag bekommen. Dazu gehört auch gemeinsames Kochen und Essen. Hier tischt sie vier Somaliern in der Unteren Vorstadt auf. Das Anwesen gehört einem Altenstädter Bauunternehmer. Bild: Huber

Der Landkreis beherbergt zurzeit 439 Asylbewerber. 34 davon sind im ehemaligen Gasthaus "Krone" und im Anwesen Untere Vorstadt 12 untergebracht. Doch ein Betreuerstamm wie in anderen Orten fehlt.

Eine, die zumindest in der Unteren Vorstadt täglich vor Ort ist, ist Petra Schaffarz vom Allgemeinen Sozial- und Schuldnerberatungsverein (AS). Sie kümmert sich um zehn junge Männer. Die meisten davon sind gerade mal volljährig. Die Aufgaben reißen nicht ab: Hilfe bei Arztbesuchen, beim Einkauf, Kochen oder darauf achten, dass die Schützlinge aufräumen und ihr Domizil sauberhalten.

Dabei handelt es sich ausschließlich um Afrikaner aus vier Nationen. Viele dieser Asylbewerber sind ehemalige "UMF" - unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Bis sie 18 Jahre alt sind, wohnen sie in Jugendheimen wie dem St. Michaels-Werk in Grafenwöhr. Danach müssen sie in normale Asylunterkünfte.

Schaffarz ist dahinter, dass die Somalier, Senegalesen, Eritreer oder Kongolesen in die Berufsschule gehen. Zudem sucht sie ständig Praktikumsplätze oder Lehrstellen. "Das läuft ganz gut", sagt die AS-Mitarbeiterin. Einer aus ihrer Truppe lernt bei Elektro-Schuster in Weiden, ein weiterer ebenfalls Betriebselektriker in Hirschau. Als Praktikanten sind andere bei der Schreinerei Arnold in Luhe oder bei MTK Metallbau in Weiden beschäftigt.

Schaffarz bedauert jedoch, dass es viel zu lange dauert, bis Behörden diese Stellen genehmigen. "Arbeitgeber wollen nicht vier bis sechs Wochen warten." Das müssen sie eigentlich auch nicht, sagt Claudia Prößl vom Landratsamt. Zwar gelte es, Formulare auszufüllen und bestätigen zu lassen. Unter anderem müsse eine zentrale Vermittlungsstelle in München dies genehmigen. "Aber spätestens nach zwei Wochen liegt das alles wieder vor." Ganz spannungsfrei ist das Leben in der Unteren Vorstadt aber auch abseits der Jobfrage nicht. Wie Schaffarz berichtet, schmeckt einem der Alkohol so sehr, dass er nicht so gerne aufsteht. Ein anderer hat gerne seine Lebensgefährtin um sich. "Das gefällt denjenigen nicht, die um 17 Uhr müde von der Arbeit kommen."

Weitere Unterkunft geplant

Vielleicht lässt sich dies lösen, wenn eine weitere Asylbewerberunterkunft dazu kommt. Wie Schaffarz erzählt, sei eine in einem ehemaligen Nachtmann-Bau in der Zacharias-Frank-Straße geplant, zwei Häuser unterhalb der AS-Zentrale. Im früheren Gasthaus "Krone" in der Freyung leben 24 Personen, vor allem Familien. Für sie würde sich Johanna Meier vom Sozialamt des Kreises noch mehr Betreuer wünschen. "In Neustadt läuft es noch nicht so wie in Vohenstrauß, Moosbach oder Etzenricht." Andererseits gebe es in der Kreisstadt keine Klagen über die Nachbarn aus insgesamt neun Nationen. Neben den Afrikanern warten in Neustadt Frauen und Männer aus dem Iran, der früheren Sowjetunion oder Bangladesch darauf, dass über ihr Asylverfahren entschieden wird.
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