Herz zu Herz im Halb-Playback

Elf Jahre mussten die Fans warten - am Samstagabend war Monika Martin wieder da. Stürmischer Beifall empfing die österreichische Sängerin in der Stadthalle.

Vor vollem Haus setzte die Steierin diesmal auf Begleitmusik mit Halb-Playback. Bei ihrem ersten Auftritt hatte Monika Martin noch ihre eigene Band dabeigehabt. Die Zuhörer störte das keineswegs. Sie wollten ja vor allem ihre Monika sehen.

"Du hast noch einen Koffer in Berlin" lautete der erste Titel der Gewinnerin der "Krone der Volksmusik", der "Goldenen Stimmgabel" und vieler weiterer Auszeichnungen. Schon klatschten die ersten, meist etwas älteren Gäste mit.

Mit ihrer einfühlsamen und immer zart klingenden Stimme begrüßte die Sängerin mit knappen Worten ihr Publikum. Weniger Worte, mehr schöne Lieder versprach sie an diesem Abend.

Nach "Hinter jedem Fenster" erzählt Martin von ihrer nicht auskurierten Grippe, aber ihr sei der Auftritt in der Stadthalle natürlich wichtig. Dafür gibt's dankbaren Applaus. Viele der Gäste erweisen sich zudem im Laufe des Abends als absolut textsicher bei den Liedern der Sängerin, die gern mit ihren Zuhörern locker scherzte.

Gut geheizt

Das Publikum hat natürlich auch keine Probleme, die Frage Martins nach ihrem ersten großen Hit zu beantworten. "La Luna Blue", kommt es wie aus der Pistole geschossen. Schon bittet die Künstlerin den "Kapellmeister" am Mischpult, die Regler für dieses Lied aufzuziehen. Ein herzlicher Dank geht auch an Saalmeister Horst Washausen, der angesichts ihrer Grippe das Thermostat der Heizung im Saal etwas höher aufgedreht hat.

Es folgten weitere Ohrwürmer wie "Goodbye Farewell" und "Komm, setz mein Herz in Flammen". Dann wird die Österreicherin philosophisch: Die Kunst des Lebens bestehe darin, hier und jetzt zu sein. Die Existenz einer Vergangenheit streitet die Sängerin ab, ebenso die der Zukunft. Nur die Gegenwart gebe es. Später räumt Martin ein, auch dem christlichen Glauben näher zu sein.

"Später - wann ist das?", "Heute fühl ich mich wie 20" und "Mozartgasse 10" sind bekanntere Titel, "Wolken bleiben niemals lang" ist jedoch bereits von der neuen CD, die erst 2015 erscheint.

Small Talk mit Fans

Monika Martin hätte nach der Wunschvorstellung des Stadthallenpublikums auch länger bleiben können. Nach einer Stunde kündigt sie ihren Abschied an, gibt noch ein paar Zugaben und holt nochmals Armin Stöckl zum letzten gemeinsamen Lied auf die Bühne. Er findet auch die richtigen Worten für Monika Martin: Sie habe ein Konzert geprägt von Ehrlichkeit und persönlicher Ausstrahlung geboten und dazu ein "Herz-zu-Herz-Gefühl" vermittelt.

Stöckl, Moderator des Abends, hatte das Publikum zu Beginn des Abends eine halbe Stunde lang musikalisch angeheizt. Auf seinem Programm standen Evergreens wie "Mendocino", "Amarillo" oder das "Wolga-Lied".

Unmittelbar nach dem Konzert gab Martin Autogramme und unterhielt sich mit ihren Fans, von denen sie viele persönlich kannte. Zwei jungen Rollstuhlfahrerinnen schenkte sie spontan eine handsignierte DVD.
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