Hörbare Harmonie

Von Eslarn aus liegt Böhmen nur einen Katzensprung entfernt. Die Schlossberg-Musikanten bewiesen intonationssicher, dass sie die Tradition der Grenzregion klangvoll verstanden haben.

Menschen, die von der NT-Hilfsaktion "Lichtblicke" unterstützt werden, haben oft wenig zu lachen im Leben. Ganz anders die rund 500 Besucher des Benefizkonzerts am Samstagabend in der Stadthalle.

Sie genossen herzerfrischende Klänge der bestens aufgelegten "Gasterländer Blasmusikanten" aus der Schweiz. Dazu kam, dass die Gäste aus der Schweiz mit der zweiten Gruppe, den "Schlossberg-Musikanten" aus Eslarn bestens harmonierte. Da half Lisa Grießl aus Eslarn den Gasterlandern schon mal mit Gesang aus. Am Abend zuvor waren sich die beiden Gruppen schon in Grießls Zoiglstube näher gekommen.

Lange brauchten die Alpenländer auch im Saal nicht, um mit den Oberpfälzern warm zu werden. Sie boten herrlichsten musikalischen Schabernack. Beinahe jedes Stück lebte vom Gegenspiel der vier harmonischen Tubabläser mit den vier Flügelhornisten. Die untergeordnete Rolle des Klarinettenregisters war eine Extra-Show wert, die in einem wutentbrannten Zerbrechen eines Instruments gipfelte. Vom ersten bis zum letzten Takt dirigierte Geburtstagskind Rolf Gmür ausschließlich tanzend und in fideler Laune gestikulierend.

Tobte der Saal ohnehin schon, setzten die Eidgenossen immer wieder eins drauf, originale Klänge aus ihrer Heimat im "Traditionsblock" inklusive. Beim Jodeln standen die Musikanten ihrem instrumentalen Können stimmlich in nichts nach.

"Furios, wie Blei und Glaubersalz kommt danach der Glanz der Oberpfalz." Mit Reimversen starteten die "Schlossberger" ihren Auftritt. Los ging's mit dem "Egerländer Marsch". Die "Schlossberger Polka" aus der Feder von Eigengewächs Stefan Karl untermauerte gleich im Anschluss den Stellenwert und die Beliebtheit der Lokalmatadoren. Die wechselseitige Moderation durch Dirigent Manfred Wild und Sänger Norbert Rossmann an der Seite von Lisa Grießl und Kapellenchef Albert Grießl überzeugte zusätzlich. Klassiker wie der "Goldene Oktober" oder eigene Werke, darunter das beliebte "Waldvogerl" erklangen eindrucksvoll und fantastisch arrangiert.

Waidhauser Vermittler

Dass auch die Eslarner zu Späßen aufgelegt sind, bewiesen "Michelle und Svetlana" bei der Teppichklopfer-Polka. Beim gemeinsamen Abschluss mit den Gasterlandern setzten beide Spitzenorchester vor einem restlos angetanen Haus einen letzten Glanzpunkt. Die Verbindung der beiden Ensembles geht auf Dieter Hanauer aus Waidhaus zurück. Möglich gemacht haben das Spektakel aber die Köpfe hinter "Lichtblicke", allen voran Schirmherrin Elisabeth Wittmann, die nach 21 Jahren im Dienste von Hilfebedürftigen in der Region keine Spur Elan verloren hat. "Mit so schmissigen Weisen in einem vollen Saal empfangen zu werden, ist wunderbar für uns Veranstalter."

NT-Verlegerin Viola Vogelsang-Reichl sicherte weiterhin ihre volle Rückendeckung zu: "Deswegen können wir auch viel Gutes tun, im Wissen, eine Bevölkerung zu haben, auf die wir uns verlassen können." Die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen aus der Region werde dadurch erst möglich. NT-Redakteur Martin Staffe ist ebenfalls ein Motor der Aktion. Er weiß aus seiner täglichen Arbeit, wie die Region tickt.
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