Hohe Kosten für Stadthallen-Foyer
Pausen haben ihren Preis

Ein schnörkelloser Kubus, der mit seiner Glasoptik viel Symbolik der einstigen Industriestadt Neustadt transportiert. So könnte sich Planer Georg Binner einen Anbau an das Foyer der Stadthalle vorstellen. Der Haken daran: Die Variante würde 850 000 Euro kosten. Skizze: Binner-Architekten

Doch, doch: Die Pläne für ein größeres Stadthallen-Foyer gefallen den Stadträten. Wenn es nur nicht so teuer wäre.

Architekt Georg Binner präsentierte den Mitgliedern des Bauausschusses beim Ortstermin am Mittwochnachmittag zwei Entwürfe. Eine kleine Lösung, die zusätzliche 70 Quadratmeter bringen würde und eine große mit 96 Quadratmetern. Beide modern, großzügig, stimmig. Keiner hatte etwas daran auszusetzen - bis Binner auf den Preis zu sprechen kam.

Variante eins kostet zirka 500 000 bis 600 000 Euro, Variante zwei rund 850 000. "Wir sind eigentlich von 200 000 bis 250 000 Euro ausgegangen", schluckte Bürgermeister Rupert Troppmann. "Das ist ein Anbau, der teurer ist als ein Haus", wunderte sich Martin Filchner (SPD). Ein recht komplizierter Anbau eben, erläuterte Binner. Wärmedämmung, Leitungen, Klimatisierung, Belüftung, Bodenplatte samt Aufbau - all das sei nicht billig.

"Könnten Sie uns nicht einen Entwurf für 300 000 Euro zeichnen?", fragte Thomas Hauer (CSU). Dafür sei nichts Anständiges zu haben, erläuterte Binner. Filchner brachte eine Lösung mit Schiebetüren mit weniger Glas ins Gespräch, aber auch das hätte Nachteile.

Keine halben Sachen

"Wenn wir etwas machen, dann bitte keine Pawalatschen", gab Troppmann die Marschrichtung der Diskussion vor. Schließlich solle so ein neues Foyer möglichst lange seinen Zweck erfüllen und die Stadthallen-Nutzer nicht wieder zum Improvisieren zwingen. So wie sie es beim jetzigen, engen Foyer gelegentlich tun müssen.

Der Bürgermeister stellte die Gretchenfrage: "Ist es uns das Geld wert?" Er sprach von rund zehn Veranstaltungen im Jahr, die von einem größeren Foyer profitieren würden. Die Fraktionen sollten sich darüber mal in den anstehenden Haushaltsberatungen Gedanken machen. Eines sei aber klar: "Ich weiß nicht, wo wir dafür Förderung herkriegen könnten." Am ehesten hatte sich Heribert Schubert (SPD) eine Meinung gebildet. "Wir sollten es angehen. Die Zinssituation ist einfach günstig."

Zur Wahl stehen folgende Varianten:

Das bisherige Foyer wird Richtung Parkplatz bis dorthin vorgezogen, wo der Brunnen von Max-Fischer anfängt. Das leicht abfallende Vordach würde gespiegelt, sprich die gleiche Dachform würde mit umgekehrter Neigung im Anbau an das bestehende Dach anschließen. Dadurch entstünde ein schickes "Grubendach". Der Anbau wäre 70 Quadratmeter groß und verglast.

Die größere Lösung wäre ein Foyer, das noch zwei Meter weiter Richtung Parkplatz ragen würde,. In diesem Fall wäre ein "Grubendach" nicht mehr möglich, sondern ein Pultdach. Nach Binners Vorstellungen wäre ein Kubus aus gefärbtem Glas ideal, um dem 96 Quadratmeter großen Anbau kristallartigen Charakter zu verleihen.

Umbau nicht möglich

Das bereits bestehende Foyer ist 96 Quadratmeter groß. Einen Teil der bestehenden Halle für eine Erweiterung herzunehmen, ist kaum möglich, da nebenan die Stühle für Veranstaltungen gelagert werden.

Bei beiden Anbau-Varianten müsste die Skulptur im Eingangsbereich weichen. Der Brunnen wäre nur noch am Eck des neuen Foyers sichtbar. Ihn innen zu integrieren hält Binner technisch für kaum machbar. Zudem soll der Anbau ja Platz bringen und Schluss machen mit der Enge in Konzert- oder Tagungspausen. Die werden auch gerne mal für ein Zigarettchen genutzt. Daher soll im Idealfall gleich neben dem Foyer ein überdachtes Plätzchen Raucher vor Regen und Wind schützen.
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