Hunderte sagen "Willkommen"

Begeistert und überrascht von den vielen Interessierten war Anmelderin Elena Hierold vom Bündnis "Voices of Refugees Weiden" bei der Demo für Flüchtlinge. "Wir bleiben dran", kündigte sie an. Bild: Schönberger

Es war ein starkes Zeichen gegen Rassismus und für Flüchtlinge. Die Demonstration mit mehr als 300 Menschen hat nach Meinung vieler Teilnehmer gezeigt: Asylbewerber sind in Neustadt willkommen.

Mit so vielen Menschen haben selbst die Initiatoren nicht gerechnet. Nur ein paar Tage vorher verbreitete das Bündnis "Voices of Refugees" eine Ankündigung zum Protestzug bei Facebook. 116 Teilnehmer waren eingetragen. Doch auch über die Zeitung und Mundpropaganda verbreitete sich das Ereignis schnell. Die Veranstalter zählten knapp 400 Besucher.

Die Jusos Neustadt folgten dem Aufruf und nahmen mit vielen Mitstreitern teil. "Super, super, super", sagte Vorsitzender Sebastian Dippolt. Für den gebürtigen Neustädter war das ein wichtiges Zeichen: "Jeder ist in Neustadt willkommen."

Auch die Jusos Oberpfalz reisten aus dem ganzen Regierungsbezirk an. Bezirksvorsitzende Carolin Hagl war überrascht von den vielen Besuchern in der Kreishauptstadt. Sie habe schon an vielen Demos teilgenommen, aber das sei unüblich für die Größe der Stadt. Ihrer Ansicht zeigte die Anteilnahme so vieler Menschen, dass der Brand und die vielen Nachrichten von Angriffen auf Ausländer die Leute bewegt habe. Die vielen Flüchtlinge inmitten des Demonstrationszuges freuten sich sichtlich über die Menschenmengen. "Wow, sind die alle wegen uns gekommen?", staunt eine Bewohnerin des Asylbewerberheims, in dem es vor einer Woche gebrannt hatte. Der Vorfall habe sie sehr mitgenommen. "Wir haben immer noch Angst." Zur Abschlusskundgebung vor der Unterkunft gesellen sich noch mehr Bewohner dazu.

Es war ein starkes Zeichen gegen Rassismus und für Flüchtlinge. Die Demonstration mit mehr als 300 Menschen hat nach Meinung vieler Teilnehmer gezeigt: Asylbewerber sind in Neustadt willkommen. Bilder von Gabi Schönberger


Der Dienststellenleiter der Polizei Neustadt, Werner Hanauer, war zufrieden mit den Ablauf. "Die Demonstration verlief friedlich, die Veranstalter waren kooperationsbereit." Auch Hinweise auf Gegendemonstrationen von rechten Gruppen habe die Polizei vorher geprüft. Es hätten sich jedoch keine konkreten Anhaltspunkte ergeben.

Der Anmelderin und ehemalige Weidener SPD-Stadträtin Elena Hierold ist begeistert. "Seid kritisch, handelt und lasst euch nicht einschüchtern", gibt sie den Hunderten Teilnehmern mit auf den Weg. Mit der Demonstration hätten alle ein positives Zeichen für Flüchtlinge in Neustadt und überall gesetzt. Konkrete Aktionen habe das Bündnis noch nicht geplant, aber es werde weitergehen. "Wir bleiben dran", kündigt Hierold an.
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