Immer mehr Einbrüche

Die Zahl Vergehen mit einfacher Körperverletzung sind leicht gestiegen. Einen starken Anstieg verzeichnet die Polizeiinspektion Neustadt in ihren 15 Gemeinden bei den Betrugsdelikten. Die Anzahl der Diebstähle ist dagegen leicht gesunken. Mehr als die Hälfte der Straftaten wurden aufgeklärt.

1237 Delikte bei 39 348 Einwohnern auf 393,18 Quadratkilometern Fläche - das sind die Eckdaten der Kriminalstatistik 2014 der Polizeiinspektion Neustadt (PI).

(bgm) Betrachtet man allein die Fallzahl, ist das ein Anstieg um 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders ärgerlich: rund 1,6 Millionen Euro Schaden durch Einbrüche. Inspektionsleiter Werner Hanauer und Polizeihauptkommissar Herbert Mattes stellten den Bürgermeistern der 15 von der PI Neustadt betreuten Gemeinden beim Sicherheitsgespräch im Rathaus ihr Zahlenwerk vor.

Hohe Aufklärungsquote

Höchstwerte erreichten die Wohnungseinbrüche im Jahr 2007, dem Jahr der Erweiterung des Schengen-Raums. Im Landkreis ermittelten die Ordnungshüter damals in 63 Fällen. 2014 waren sie mit 19 Delikten wieder weit davon entfernt. Im Gegensatz zum Vorjahr sind diese aber wieder gestiegen: 2013 verzeichnete der Landkreis 11 "Wohnungseinbruchsdiebstähle".

Die Gesamtzahl der Diebstahlsdelikte belief sich 2014 im Inspektionsgebiet auf 260. Das bedeutet ein Minus von 4,8 Prozent. Die Aufklärungsquote beträgt 32 Prozent. "Wenn die Sozialkontrolle besser funktionieren würde, könnten wir bessere Aufklärungsquoten erreichen", sagte Mattes. Die Aktion "Wachsamer Nachbar" sei nicht ohne Grund ins Leben gerufen worden.

Betrachtet man alle Taten im PI-Gebiet, ist eine konstant hohe Aufklärungsquote auszumachen. Von den 1237 Straftaten konnten 836 Fälle geklärt werden. Das ergibt eine Quote 67,6 Prozent. Die liegt zwar leicht unter dem Vorjahresniveau (68,2 Prozent), aber deutlich über der Quote in der Oberpfalz (64,8 Prozent) und in Bayern (64,4 Prozent).

Eine weitere Messgröße, die Häufigkeitszahl, gibt Aufschluss über die Delikte je 1000 Einwohner. Im PI-Gebiet liegt diese bei 31,25 (Bayern: 51,6). "Je größer die Stadt ist, desto höher ist die Häufigkeitszahl", erklärte Mattes. Das macht sich auch bei den drei Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern bemerkbar. In Altenstadt beträgt der Wert 54, in Neustadt und in Windischeschenbach 45. Vor allem was diese beiden Orte anbelangt, hat die hohe Zahl mit den Tankstellen zu tun. Tankbetrug stelle sich als Problem dar. Dabei seien die Überwachungsmaßnahmen an den Tankstellen hervorragend. Ein Problem stelle eher die internationale Zusammenarbeit dar.

Durchreiseverkehr

Betrügereien sind auch über die Vergehen an den Tankstellen hzinaus ein größer werdendes Problem. Für den Anstieg von 149 auf 218 Fälle (plus 46,3 Prozent) machen die Ordnungshüter Betrug bei Internetgeschäften verantwortlich. In 107 solcher Waren- oder Warenkreditbetrügereien ermittelten die Ordnungshüter, 82,6 Prozent wurden aufgeklärt.

24,1 Prozent der Delikte werden von Ausländern begangen, obwohl diese nur 3,06 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sind Ausländer wirklich straffälliger? Ein klares "Nein" ist die Antwort des Hauptkommissars. Die Ursache für den hohen Ausländeranteil bei den Tatverdächtigen sei im Durchreiseverkehr auf der Zugstrecke oder der Autobahn zu finden. "Besorgniserregend sind die Zahlen nicht", machte Mattes deutlich. Die problematischste Altersgruppe sind die 18 bis 25-Jährigen. Obwohl sie nur neun Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind sie mit 19,8 Prozent bei den Tatverdächtigen stark vertreten.

Die Polizeibeamten ermittelten in 32 Fällen von Gewaltkriminalität. Dabei handelte es sich in drei Fällen um Raub, fünfmal um sexuelle Nötigung und in 23 Fällen um schwere oder gefährliche Körperverletzung. Die Täter haben aber kaum Aussichten ungestraft davonzukommen: 90,6 Prozent beträgt die Aufklärungsquote. Ein deutlicher Anstieg ist bei einfachen Körperverletzungen zu verzeichnen: 115 Fälle nach 102 Fällen im Jahr 2013 (2012: 69 Fälle).
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