Immer wieder neue Ideen

Das sind die Kulturfreunde Lobkowitz: (von links) Martin Staffe, Bernhard Knauer, Oskar Schwarz, Bernhard Steghöfer, Ludwig Bayer, Reinhold Zapf und Ernst Umann. Bild: ms

Ein Vierteljahrhundert Kulturfreunde Lobkowitz: Zum Jubiläum überraschte die Gemeinschaft, die sich weit über den Landkreis hinaus einen Namen gemacht hat, mit der Aufnahme von zwei herausragenden Persönlichkeiten.

Die Kulturfreunde Bernhard Knauer, Ludwig Bayer, Reinhold Zapf, Ernst Umann und Martin Staffe stießen am Sonntagabend in der Stadthalle mit einem Glas Sekt mit den neuen Mitgliedern Bernhard Steghöfer und Oskar Schwarz auf das 25-jährige Bestehen an. Knauer freute sich, dass nun Regierungsdirektor a.D. Steghöfer und der langjährige SPD-Fraktionschef im Neustädter Stadtrat Schwarz die Kulturfreunde Lobkowitz verstärken. Schwarz hat sich bei den historischen Stadtführungen als Gendarm Haslbeck bereits glänzend bewährt und ist auch schon bei Konzerten eingesprungen. Steghöfer ist ein profunder Kenner der Geschichte der Lobkowitzer.

Große Ehre

Für Schwarz ist es eine besondere Ehre, in den Kreis der Kulturfreunde aufgenommen zu werden. Schon als Stadtrat habe er deren ausgezeichnete Arbeit mit großem Interesse verfolgt. Er durfte beim Besuch von Bettina und Georg von Lobkowitz in Melník dabei sein. Das sei ein besonderes Erlebnis gewesen. "Die Leistungen der Kulturfreunde mit ihrer kleinen Crew für Neustadt verdienen höchste Anerkennung", sagte Schwarz. Auch Steghöfer, der sich weiter für die Mutter-Anna-Kirche einsetzen will, versicherte, dass er gerne bei den Kulturfreunden mitarbeiten wolle. Er stehe für Sonderaufträge zur Verfügung.

In all den Jahren war Knauer die treibende Kraft der Kulturfreunde. Dafür dankte ihm Bayer. "Du hast den roten Faden immer gut in der Hand gehabt." Unter Knauers Regie seien viele qualitativ gute Veranstaltungen auf die Beine gestellt worden. Bayer würdigte vor allem die guten Verbindungen nach Böhmen.

In einer kurzen Rückschau blickte Gründungsmitglied Staffe auf 25 Jahre Kulturfreunde Lobkowitz zurück. Geburtsstunde sei der 7. April 1989 gewesen. Die erste Lesung mit Harald Grill in der Schlosskapelle war ein großer Erfolg. Schon am 2. Dezember kam es mit dem Weihnachtskonzert der Regensburger Domspatzen mit Domkapellmeister Georg Ratzinger in der voll besetzten Pfarrkirche St. Georg zu einem Knaller.

Weitere Weihnachtskonzerte folgten mit dem Tölzer Knabenchor und dem Westböhmischen Symphonieorchester aus Marienbad. Den Kulturfreunden gelang es, das Weidener Kammerorchester und den Weidener Kammerchor zu einem gemeinsamen Konzert in St. Georg zu vereinen. Glanzlichter waren ebenso "Glosererg'schichten und Bürgersprüch'" in der "Altbayerischen Crystalglashütte", ein Klavierkonzert mit dem Max-Reger-Experten Stefan Mickisch, Lesungen mit Helmut Zöpfl, Sprüchemacher Josef Fendl oder Isolde Heyne, ein Glasharfenkonzert, das erste Neustädter Hinterhoffest, die Wiederauflage des bis 2005 verschollenen Buches des Heimatdichters Oswald Hafner oder 2009 die Erstaufführung der Missa solennis in Es von Franz Gleißner. Seit 2008 begeisterten die Kulturfreunde ein treues Publikum mit ihren Weihnachtskonzerten in der Gärtnerei Steinhilber.

Franz Gleixner unvergessen

Nicht nur in Künstlerkreisen war die alljährliche Osterausstellung im Lobkowitzerschloss ein Begriff weit über Neustadt hinaus. Dabei bekam neben renommierten Künstlern wie Stefan Schadeck oder Lutz Zettler auch immer wieder der Nachwuchs eine Chance, mit seinen Werken an die Öffentlichkeit zu treten. "Diese Reihe war untrennbar mit unserem Kulturfreund Franz Gleixner verbunden", erinnerte Staffe. Der Chef des Max-Reger-Gymnasiums Amberg ist am 6. November 2008 gestorben und habe eine große Lücke hinterlassen. Der anwesenden Witwe Birgit Gleixner versicherte der Sprecher, dass ihr Mann nicht vergessen sei.

Jugend im Blick

Stets sei es ein großes Anliegen der Kulturfreunde gewesen, die Jugend für die Kultur, vor allem für die anspruchsvollere Musik, zu gewinnen", fuhr Staffe fort. Daher sei man immer wieder mit Lesungen und Konzerten in die Schulen gegangen. Größter Erfolg in der jüngeren Geschichte sind die historischen Stadtführungen. Zu den bisher 5 Terminen kamen über 500 begeisterte Besucher.

"Es ist uns gelungen, immer wieder neue Wege zu beschreiten", fasste Staffe abschließend zusammen. "Wenn wir so weitermachen, dann werden auch die folgenden Jahre erfolgreich sein." Dazu werden sicher die neuen Kulturfreunde Steghöfer und Schwarz ihren Beitrag leisten.
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