Inner Wheel Club-Präsidentin Lilo Fischer beendet Amtsjahr mit Oberpfalzfahrt - Ausklang im ...
Auf den Spuren von Akanthusaltären

Auf einer ganztägigen Fahrt waren Mitglieder vom Inner Wheel Club und vom Rotary Club Weiden auf den Spuren von sehenswerten Akanthusaltären der näheren Heimat. Erste Station war die Kirche von Waldau bei Vohenstrauß. IWC-Präsidentin Lilo Fischer und Oberstudienrat Hermann Wild (links). Bild: ir
Kunstvoll geschnitzte Akanthusaltäre in ihrer goldenen Prachtentfaltung waren der Grund für eine ganztägige Bustour, die Inner-Wheel-Club-Präsidentin Lilo Fischer zum Ende ihrer Amtszeit organisiert hatte. Die Kunstwerke, "direkt vor der Haustür", in den sechs angesteuerten Kirchen fanden das uneingeschränkte Interesse von IWC- und Rotary-Club-Mitgliedern. Es gab viel Bewunderung und Pluspunkte für die nähere Heimat und ihre Schätze, "die viel zu wenig bekannt sind", wie vielfach eingestanden wurde.

Die Kirche in Waldau war erste Station der Besichtigungstour, auf der Oberstudienrat a. D. Hermann Wild mit fundiertem Wissen die Akanthusaltäre erläuterte. Wie in der Oberpfalz öfter der Fall waren hier der Hochaltar und einer der Seitenaltäre um 1700 von böhmischen Schnitzern für die Dorfkirche St. Nepomuk geschaffen worden. Der Weidner Bildhauer Hans Rösch schuf 1948/49 einen der Seitenaltäre ebenfalls im Akanthusstil.

Eine Modeerscheinung

In der Wehrkirche von Lennesrieth mit ihren teilweise gotischen Elementen können drei Akanthusaltäre von Johann Michael Doser in ihrer ursprünglichsten Art bewundert werden. In seiner Auerbacher Werkstatt hat Doser bayernweit für über 70 Gotteshäuser Altäre geschaffen. "An seinem Beispiel kann man sehen, dass Akanthusaltäre eine Modeerscheinung waren", sagte Wild.

An der romanischen Doppelgeschosskapelle in Schönkirch gab es bereits von außen viel Sehenswertes, nachdem der Unterbau bis auf das 12. Jahrhundert zurückgehen soll. Die perfekte Einpassung in den engen Chor und "ein Akanthusrahmen der besten Art", so Wild, begeisterten hier die Betrachter im Inneren des Gotteshauses, dessen "qualitätsvolles Barockschnitzwerk" 1720 entstanden ist.

Vater und Sohn

Besonders beeindruckten am Nachmittag die Akanthusaltäre in St. Quirin, die wieder von böhmischen Künstlern stammen. Der Akanthusrahmen des Hochaltars in seinen gewaltigen Ausmaßen entstand 1687. Eine Umgestaltung erfuhr der heutige Marienaltar bereits 1744. Nicht weniger kunstvoll sind der Wetteraltar sowie der Magdalenenaltar mit schweren Akanthusbuschen und fantasievollen Gewinden aus Ranken, Blumen und Trauben.

Vater und Sohn Windisch zeichneten schließlich für die Akanthusaltäre in Thumsenreuth und Reuth verantwortlich. Sigmund Windisch, der Sohn, gestaltete 1750 das Buschmotiv für den 14-Nothelfer-Altar, bei dem Akanthus als wirkungsvoller Hintergrund eine Rolle spielt. Der wirkungsvolle Altar sei für die Simultankirche Altenstadt bei Erbendorf geschaffen worden, wusste Wild. 1935 sei er in der neuen Thumsenreuther Kirche aufgestellt worden. In Reuth endete schließlich die Besichtigungsfahrt, wo sich einst die Schlossherren für einen perfekt in den Chorraum eingepassten Akanthusaltar und für Seitenaltäre von Johann Christoph Windisch 1717 entschieden haben.

Alle Fahrtteilnehmer waren sich einig: Oberpfälzer Akanthusaltäre sind einen Besuch wert. Für IWC-Präsidentin Fischer und für die ausgezeichneten Erläuterungen Wilds gab es viel Lob und Beifall.

Nach dem sakralen Teil der Fahrt hatte Sibylle Freifrau von Podewils anlässlich ihres 94. Geburtstages zur Nachfeier ins Reuther Schloss geladen. Munter und guter Dinge wie eh und je empfing sie zusammen mit der Familie ihre Gäste, so dass der Ausklang mindestens ebenso gelungen war wie die Fahrt durch die Oberpfälzer Landschaft und die Besichtigung der Kirchenschätze.
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