Jasmine backt an

Das Team der Bäckerei Arnold hat sich in den vergangenen Jahren kräftig verjüngt. Mit Jasmine Wendlandt (Zweite von rechts) lernt nach langer Zeit mal wieder ein Mädchen den Traditionsberuf Bäckerin. Ihr Ausbildungsleiter ist Juniorchef Michael Arnold. Bild: arw

Sie hätte es auch bequemer haben können, zum Beispiel hinter der Ladentheke der Bäckerei Arnold in der Unteren Vorstadt. Aber Jasmine Wendlandt will an den Ofen Bäckerin werden. Nun begann sie ihre Lehre in einem etwas aus der Mode gekommenen Beruf an, in dem junge Frauen immer noch eine Seltenheit sind.

"Mir gefällt einfach das Backen", erzählt die 16-jährige Neustädterin, die mit ihren Eltern und neun Geschwistern in der Lindenstraße wohnt. Drei Praktika haben der Mittelschülerin das Bäckerhandwerk schmackhaft gemacht. Zwei davon absolvierte sie an ihrem neuen Arbeitsplatz.

Bei ihrem Chef Josef Arnold hat sie einen guten Eindruck hinterlassen. "Jasmine war fleißig und zuverlässig. Sie hat Geschick und die nötige Liebe zum Beruf", ist er sich sicher. "Das kennt man gleich", stimmt Sohn Michael mit ein. Er arbeitet seit einem Jahr als Meister im elterlichen Betrieb und hat mit seinen Ideen frischen Wind in die Backstube gebracht. Ergänzt wird das junge Team von Mikail Maier, der gerade im Juli seine Gesellenprüfung abgelegt hat und sich nächsten Sonntag auf die Freisprechungsfeier freut. Jasmine hat die ersten Tage das Teigwirken und -kneten gelernt. "Eine schwierige Aufgabe, denn man braucht ein Gefühl für den Teig", erklärt Michael Arnold. Die Berufsschule besucht die Azubine in Grafenwöhr. Dort sind nur sieben Lehrlinge in einer Klasse. "Die sind auf unser Handwerk spezialisiert", lobt Josef Arnold die Schule. Er beklagt den Nachwuchsmangel in seinem Beruf. Die Bewerberzahlen gingen immer weiter zurück, zuletzt waren es nur noch drei. "Manche bekamen überhaupt keine Bewerbungen", weiß er aus dem Kollegenkreis.
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