Jugend lieb und teuer

Mit sieben Anträgen befasste sich der Jugendhilfeausschuss des Kreistags. Vereine und kirchliche Jugendhilfeeinrichtungen können weiterhin mit Fördergeld rechnen. Eine Schule bekommt obendrein einen Sozialarbeiter.

Seit Mai 2014 ist der Verein "Operation Friendship" (OF) als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt. Im Oktober hat er beim Landkreis Förderung beantragt. Der Jugendhilfeausschuss hat nichts dagegen. "Operation Friendship" bekommt also schon für 2014 Geld für seine internationalen Jugendbegegnungen.

Seit Jahr 2000 unterstützt der Kreis die Katholische Jugendstelle Weiden mit einem Festbetrag. Der beträgt seit 2009 genau 4900 Euro. Im Mai hatte die Jugendstelle die weitere Förderung ab 2015 mit jährlich 5200 Euro beantragt. Das Landratsamt hält die Erhöhung angesichts der allgemeinen Preissteigerungen für nachvollziehbar. Die Kreisräte stimmten dem Antrag ebenfalls zu. Auch das Dekanat Weiden möchte für die evangelische Jugendarbeit weiterhin Mittel des Landkreises. Waren es bisher 3 500 Euro, sollen es künftig 3 800 Euro jährlich sein. Auch dafür gab es grünes Licht.

Die katholische Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen in Weiden, die seit 1996 Fördermittel erhält, möchte künftig 8861 Euro. Der Förder-Höchstbetrag liegt seit 2012 bei 6 00 Euro. Nach Ansicht der Verwaltung soll das bis 2017 so bleiben. Dieser Einschätzung schlossen sich die Kreisräte an.

Ja zu Dorfhelferinnen

Die Dorfhelferinnen können weiterhin mit Geld aus dem Landratsamt rechnen. "Wenn die Dorfhelferinnen nicht zur Verfügung stünden, dann müsste letzten Endes oftmals der Landkreis selber in Form der Jugendhilfe tätig werden und das käme teuer", trat stellvertretender Landrat Albert Nickl vehement dafür ein. Die Mittel aus der Jugendhilfe werden für Einsätze bei Familien mit Kindern unter 14 Jahren verwendet, Mittel aus der Sozialhilfe für Familien ohne oder mit älteren Kindern. Der Höchstbetrag aus beiden Töpfen beträgt 8500 Euro jährlich.

Der Verein "Die Initiative e.V." kann seit Juli 2014 Vormundschaften und Pflegschaften für Jugendliche übernehmen. Das will er auch im Landkreis tun, sofern der dafür Geld locker macht. Der Jugendhilfeausschuss stimmte einer Vereinbarung zu, wonach der Kreis je Fachleistungsstunde 6,87 Euro übernimmt. Bei geschätzten zehn Vormundschaften oder Pflegschaften beträgt der Jahresaufwand 3710 Euro.

Viele Belastungsfaktoren

Das Sonderpädagogische Förderzentrum Neustadt hat eine Stelle für Jugendsozialarbeit beantragt. Der Sozialpädagoge soll sich um sozial benachteiligte Schüler kümmern, die Schwierigkeiten haben, sich zu integrieren, zu Gewalt neigen, Drogenprobleme haben oder mit Versagensängsten kämpfen. Im Landkreis gibt es bislang fünf solcher Einsatzorte. Jugendamtsleiter Klaus Egelseer bezeichnet sie als "sehr erfolgreich". Schulleiter Rainer Hetz und Stellvertreter Karl-Heinz Moller hatten in einer ausführlichen schriftlichen Begründung den Bedarf an der St.-Felix-Schule dargestellt.

Demnach läge bei 95 Prozent der Schüler mindestens ein Belastungsfaktor wie Sozialhilfe, Migrationshintergrund oder Trennung der Eltern vor. Die Regierung der Oberpfalz sieht den Bedarf ebenfalls gegeben. Im September 2015 soll es losgehen.
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