Jugendamt arbeitet am Anschlag

Immer mehr unbegleitete minderjährigen Flüchtlinge kommen auch in die Region. Im Mai und Juni nahm der Landkreis je neun Jugendliche aufnehmen. Derzeit haben die Verantwortlichen 61 junge Menschen in Obhut. Landrat Andreas Meier spricht beim Thema Asyl von einer "riesengroßen Herausforderung".

Nicht nur das, sondern der gesamte Jugendhilfebereich ist für die Behörde eine schwierige Aufgabe. Dies verdeutlichte die Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Das Kreisjugendamt unter Leitung von Klaus Egelseer ist mit immer mehr Aufgaben konfrontiert.

Die Situation bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen stellte Christina Gebhard vor. 2015 kamen 22 Jugendliche. Für die insgesamt 61 Mädchen und vor allem Buben hat der Kreis 42 Plätze. Den Rest haben die Mitarbeiter außerhalb des Landkreises, beispielsweise in Regensburg, untergebracht. "Insgesamt ist der Landkreis auf einem guten Weg, was die Unterbringung unbegleiteter Flüchtlinge betrifft", berichtete Gebhard. Die Verwaltung arbeite am Anschlag, mahnte Landrat Meier.

Verein als Vormund

Der Jugendhilfeausschuss genehmigte einstimmig den Abschluss einer Vereinbarung mit der Allgemeinen Sozial- und Schuldnerberatung zur Übernahme von Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Wie Jugendamtsleiter Klaus Egelseer sagte, nehmen dessen Mitarbeiter diese jetzt schon wahr. "Es funktioniert sehr gut." Der Landkreis werde dadurch entlastet. Die angenommenen 20 Vormundschaften kosteten 8533 Euro im Jahr.

"Jugendarbeit ist Prävention", betonte Egelseer, als es um eine Erhöhung der Fördermittelpauschalen für die überörtliche Jugendarbeit ging. "Bei Jugendbildungsmaßnahmen, -freizeiten und -begegnungen solle mit einer Anhebung der Sätze ein 'Mehr' an Qualität berücksichtigt werden." Wer ausgebildete Betreuer mit "Juleica" (Jugendleitercard) einsetzt, bekommt nochmals mehr Geld.

Von bisher 5 Euro pro Tag und Teilnehmer, erhöht sich der Zuschuss auf sechs und mit "Juleica" auf sieben Euro bei ganztägigen Bildungsmaßnahmen. Für Abendveranstaltungen stieg er von 2,50 Euro auf 3, beziehungsweise 3,50 Euro.

Bis zu 9,50 Euro

Für Freizeiten gibt es künftig 4 und mit Juleica 5 Euro. Internationale Jugendbegegnungen bekommen pro Tag und Teilnehmer in Zukunft 8,50 und mit "Juleica" noch einen Euro oben drauf. Die Höchstgrenze der Förderung je Verband wird von 2000 Euro auf 3000 Euro angehoben.
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