Jugendkriminalität im Landkreis auf Vorjahresniveau
Acht schlimme Finger

Die gute Nachricht: Die Jugendkriminalität im Landkreis steigt nicht an. Die schlechte: Sie geht auch nicht zurück. Hauptkommissar Alexander Horn von der Polizeiinspektion Neustadt unterfütterte diese Bilanz im Jugendhilfeausschuss mit Zahlen. 2014 gab es 1376 Verdächtige bei Straftaten, die zwischen 14 und 21 Jahre alt waren. Das ist in etwa der Stand von 2013.

Von diesen fast 1400 jungen Leuten machen der Polizei vor allem 8 Sorgen. Sie gelten als "jugendliche Intensivtäter". Diesen unrühmlichen Titel bekommt nur, wer innerhalb eines halben Jahres mit mindestens fünf Straftaten auffällt, darunter mindestens einer Gewalttat. Zwischen Eslarn und Kirchenthumbach leben sieben Mädchen und ein Junge, die in diese Kategorie fallen. Jugendkontaktbeamte stehen zu dieser Klientel in intensivem Kontakt. Besser wird es mit ihr meistens, sollten sie in einem Beruf Fuß fassen: "Dann fehlt auch die Zeit für Straftaten", stellte Horn nüchtern fest.

Der Polizist betonte auch, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nicht zur Problemkundschaft der Beamten zählen. Diese UMFs sind in Neustadt, Windischeschenbach und Grafenwöhr untergebracht. Sie reißen zwar manchmal aus, verhalten sich sonst aber friedlich. "Schwierig wird es, wenn Alkohol im Spiel ist", erklärte Horn. Dann gäbe es in Unterkünften schon mal Stress.

Ein junger Flüchtling fiel kürzlich in Neustadt als Randalierer auf. "Den konnten wir aber im persönlichen Gespräch beruhigen. Da war viel Frust dabei, weil sein Asylverfahren seit einem halben Jahr nicht weitergeht."
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