Jung, laut und unvernünftig

Während sich der Straßenverkehr nach Feierabend in der Kreisstadt beruhigt, kehrt auf dem Parkplatz vor der exponiert gelegenen Wallfahrtskirche St. Felix Leben ein. Meist junge Leute fahren mit ihren PS-starken Karossen und Motorrädern vor.

Sie stehen in Gruppen zusammen, unterhalten sich, hören Musik, häufig viel zu laut. Und sie hinterlassen Müll, auch neben den aufgestellten Abfallkörben der Stadt. Einigen Anwohnern ist das ein Dorn im Auge. Viele Autos sind getunt. Manch temperamentvoller Fahrer kann sich nicht beherrschen und muss zeigen, was er unter der Haube hat. Beim Anfahren drehen da schon mal die Reifen durch, Motorradfahrer hinterlassen schwarze Gummikreise auf dem Asphalt und bei der Fahrt durch die schnurgerade Felixallee kann man schon mal testen, was die Karre hergibt. Und das weit nach Mitternacht.

Das ärgert seit langer Zeit die Anwohner. Sie sorgen sich trotz Tempo-30-Zone um ihre Sicherheit, haben nachts unter dem Lärm der aufdrehenden Mobile und dem Müll, der achtlos aus dem fahrenden Wagen geworfen wird, zu leiden. Einer von ihnen, der namentlich nicht genannt werden will, hat sich nun an Bürgermeister Rupert Troppmann gewandt.

Mehr Kontrollen erwünscht

Dem ist die Problematik seit einigen Jahren bekannt. Ein Patentrezept dagegen hat auch er bislang noch nicht gefunden. "Was können wir mehr tun, als die Geschwindigkeit auf Tempo 30 zu setzen und eine Rampe einzubauen?", fragt das Stadtoberhaupt. "An der Rampe bremsen die Fahrer ab und geben danach erst richtig Gas oder testen kurz vor der Anfahrt ihre Bremsen", setzt der Anwohner dagegen. Er wünscht sich, dass die Polizei mehr kontrollieren würde, um so die Raser und Radaumacher abzuschrecken.

Werner Hanauer, Leiter der Neustädter Polizeiinspektion, hat für die Sorgen der Anlieger ein offenes Ohr. "Wir fahren in letzter Zeit verstärkt Streifen in diesem Gebiet. Wenn wir von Klagen der Anwohner betreffend Geschwindigkeitsüberschreitungen hören, dann werden wird auch dort verstärkt Messungen durchführen."

Das wünscht sich auch der Bürgermeister. Um den Auswüchsen auf dem Parkplatz vor dem Minoriten-Kloster entgegenzuwirken, kann er sich ein absolutes Halteverbot beschränkt auf eine gewisse Zeit vorstellen. Denkbar sei, dass das Halteverbot zum Beispiel von 21 bis 6 Uhr gelten könnte. Deshalb hat er das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch, 17. Juni, gesetzt. Dafür würde auch der Polizeiinspektionsleiter plädieren.

Von Problemen mit zu lauten, meist jungen Menschen auf dem Parkplatz kann auch Guardian Pater Stanislaus als Anwohner ein Lied singen. Für ihn hat jedes Jahr eine andere musikalische Prägung. "Während vor zwei Jahren Techno in war, haben die jungen Leute letztes Jahr überwiegend harte Rockmusik aus ihren Boxen in den Autos dröhnen lassen." So sei er immer über die musikalischen Trends informiert, meinte er augenzwinkernd. Die Musik und der Gesprächslärm der teilweise auch feiernden jungen Leute raube aber ihm und seinen Mitbrüdern häufig den Schlaf. "Bei offenem Fenster kann man im Sommer fast überhaupt nicht schlafen", berichtet er.

Für ein Parkverbot

Bis spät nach Mitternacht herrsche reges Treiben vor dem Kloster. Im Kloster wurden deshalb vor kurzem lärmdämmende Fenster eingebaut. Ein weiteres Problem sieht er im Müll, den die jungen Leute achtlos hinterlassen. "Sonntagfrüh zu den Messen sieht es oft furchtbar auf dem Parkplatz aus."

Er würde ein Parkverbot verbunden mit häufigeren Polizeikontrollen ebenfalls sehr begrüßen. Leid tut es ihm dann allerdings für diejenigen, die sich ruhig verhalten und nur den Blick in die herrliche Oberpfälzer Landschaft genießen wollen. Doch die sind augenscheinlich in der Unterzahl.
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