Junger Herr des Sudkessels

Er hat das Bierbrauen in sich, so wie es auf Markus Eismanns T-Shirt steht. Der 20-jährige Neustädter absolvierte seine Brauerlehre mit der Note "sehr gut". Davon profitieren nun die Gäste des "Bräuwirt" in der Weidener Altstadt. Bild: prh

Markus Eismanns Liebe zum Bierbrauen dürfte fast genetisch bedingt sein. Bereits sein Ur-Urgroßonkel war Mitte des 20. Jahrhunderts Brauer und natürlich sein Onkel Michael, der in Altenstadt seinen eigenen Zoigl anrührt. Seine Lehre schloss er kürzlich mit "sehr gut" ab.

Darauf ist der 20-jährige Brauer mächtig stolz, denn sein guter Abschluss und seine praktischen Erfahrungen während der Ausbildung eröffneten ihm eine einmalige Berufschance: Seit Anfang September ist er allein für das Bier beim "Bräuwirt" in Weiden verantwortlich.

Er stellt im Jahr rund 600 Hektoliter her. Sie werden fast ausschließlich über das Gasthaus vertrieben, aber auch als kleine Fässer und Schmuckflaschen - Helles, Dunkles, Weißbier und Bock, je nach Bedarf und Jahreszeit. Eismanns Biere sind ungefiltert und somit reine Naturprodukte.Am Spannendsten bei seiner Arbeit empfindet er immer, wie sich der Geschmack in rund fünf Wochen Lagerzeit von Woche zu Woche verändert. Erst zum Schluss kann er den Erfolg seiner Arbeit genießen.

Lehre statt Studium

Markus Eismann wuchs bei seinen Eltern in Neustadt auf, besuchte dort das Gymnasium und machte 2013 das Abitur am Kepler-Gymnasium in Weiden. "Für mich stand von Anfang an fest, dass ich Bierbrauen lernen wollte und zwar nicht im Rahmen eines Studiums, sondern einer Lehre." Seit seinem 14. Lebensjahr habe er Onkel Michael in Altenstadt im Sudhaus geholfen und sich dabei Einiges abgeschaut. Dieser Onkel Michael betreibt seit 2006 eine eigene kleine Brauerei. Seine Produkte sind so gefragt, dass er im Sommer fast nicht hinterherkommt. Er ließ seinem Neffen immer wieder freie Hand zum Experimentieren mit Hopfen und Malz.

Während seiner verkürzten zweijährigen Ausbildung bekam Markus bei Püttner in Schlammersdorf die letzten Kniffe beigebracht. Vater Gerhard liebt weniger das Handwerk als das fertige Produkt der Brauer. Er ist sehr stolz auf seinen Sohn. Gerhard weiß noch, dass der 1908 geborene Urgroßonkel mütterlicherseits, Karl Pfab, viele Jahre in der Bayreuther Aktienbrauerei gearbeitet hat.
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