Kasperl und die Solidarität

Die Kasperlfiguren durften am Montag ihren Requisitenkoffer verlassen. Puppenspieler Hermann Papacek übergab in ihrem Beisein im Landratsamt einen stattlichen Spendenscheck an "Lichtblicke"-Schirmherrin Elisabeth Wittmann. Darüber freuten sich die Helfer und Mitveranstalter aus zehn Orten. Bild: nm

"Hermanns Kasperltheater" spielte eine stattliche Summe für die NT-Hilfsaktion "Lichtblicke" ein. Die Freude darüber trübt aber eine schlechte Nachricht.

Kasperl, Gretl, der Räuber, die Großmutter, das Krokodil und viele andere Figuren standen am Montagabend in der Schlosskapelle des Landratsamtes im Mittelpunkt. Erinnerungen an den letzten Sommer wurden wach. Die Geschöpfe aus "Hermanns Kasperltheater" bescherten bei ihrer Sommertournee der NT-Hilfsaktion "Lichtblicke" stattliche 3010,50 Euro Erlös.

Bereits zum 13. Mal waren Hermann und Johann Papacek kreuz und quer durch den Landkreis und in Weiden unterwegs. NT-Ressortleiter Martin Staffe erinnerte an zehn Termine. Zusammen mit zahlreichen Helfern aus den beteiligten Orten bauten die Brüder Papacek in Floß, Neustadt, Mantel, Waldthurn, Oberwildenau, Windischeschenbach, Trabitz, Weiden, Flossenbürg und Vohenstrauß die Bühne auf. Über 1000 Kinder, Eltern und Großeltern sahen die Vorstellungen.

Bei den meisten Veranstaltungen wurde Kaffee und Kuchen angeboten. Sehr zur Freude der Gäste und von Staffe: "Das hat den Erlös mit den Eintrittsgeldern noch gesteigert. Genauso wichtig war aber die Freude in den Gesichtern der Gäste."

Heiße Säle

Die fühlten sich bei "Kasperl und die Kräuterfee" prächtig unterhalten. Kasperl, Gretl und der Seppl wollen die Großmutter besuchen. Auf dem Weg dorthin erfahren sie vom Doktor Tutnichtweh, dass sie krank im Bett liegt. Beim Kräutersammeln für einen Erkältungstee verschwindet die Gretl. Für den Kasperl beginnt ein aufregendes Abenteuer. Mit Hilfe der Kräuterfee, von der Kasperl ein geheimnisvolles Säckchen bekommt, kann er seine Gefährtin finden und die Oma gesund machen.

Hermann Papacek hatte die Aufführungen noch gut im Gedächtnis: "Es waren heuer im wahrsten Sinne des Wortes heiße Wochen. Von den hohen Temperaturen ließ sich aber niemand die Freude verderben."

Die Gedanken des Akteurs hinter der Bühne und aller Teilnehmer der Abschlussveranstaltung galten Johann Papacek. Er konnte am Montag wegen einer schweren Krankheit nicht dabei sein. Ihm galten Genesungswünsche und die Hoffnung auf ein Wiedersehen bei der Tournee 2016. Beeindruckt zeigte sich die "Lichtblicke"-Schirmherrin Elisabeth Wittmann: "Kasperl und seine Freunde ziehen das Publikum jedes Jahr aufs Neue in den Bann. Es ist aber nicht zuletzt auch ein Zeichen dafür, wie viel den Menschen in unserer Region am Miteinander und am Engagement für Mitbürger in Not liegt." Notwendig sei das während des ganzen Jahres. Es gebe genügend Anlässe, bei denen "Lichtblicke" sinnvoll und effektiv helfen könne.

Taten zählen

Diese schnelle und unbürokratische Solidarität rückte Landrat Andreas Meier in den Mittelpunkt: "Der Kasperl und alle Beteiligten zeigen uns eindringlich, was es damit auf sich hat." Solidarität sei im Übrigen ein oft leicht dahin gesagtes Wort: "Wenn es wirklich darauf ankommt, ist es leider manchmal gar nicht so gut darum bestellt."
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