Kein Folk für Massen

Besucher, die ganz vorne standen, waren begeistert. Die "Peerie Folk Session" mit Walter Lugert, Maria Rehaber-Graf, Stefan "Stuff" Weiß sowie Peter und Angelika Bauer (von links) kamen bei den Serenadenbesuchern zwar nicht laut, aber groß an. Bild: prh

Sie konnten einem fast etwas leid tun, die Musiker der "Peerie Folk Session". Ihre Folk-Songs hätten bei den Sommerserenaden mehr Aufmerksamkeit verdient. Schuld daran war die zu kleine Anlage.

So bekamen von den gut über 400 Serenaden-Besuchern nur die etwas mit, die sich in der Nähe des Musikpavillons platziert hatten. Bis in den Biergarten drang der Sound leider nicht vor. Dort war die Geräuschkulisse wie üblich ziemlich hoch. Das störte diejenigen, die aufmerksam der Musik folgen wollten. Der Aufforderung, sich doch in Bühnennähe zu begeben, kam von den Biergartengästen aber kaum einer nach.

Gehört nur von wenigen

Stefan "Stuff" Weiß (Geige, Gitarre, Banjo, Gesang), Maria Rehaber-Graf (Flöte, Gitarre, Gesang), Angela Bauer (Akkordeon), Peter Bauer (Gitarre, Mandoline, Gesang) und Walter Lugert (Bass, Gesang) spielten auf Akustik-Instrumenten ohne jegliche Verstärkung. Das tut die feine Formation nun bereits seit über 13 Jahren.

"Auf so viele Leute waren wir gar nicht eingestellt", entschuldigte sich dann auch die Flötistin bei der Begrüßung. Diejenigen, die nahe an der Bühne saßen, bekamen dann aber Folk vom Feinsten serviert.

Dass volkstümliche Musik sich nicht nur auf Irland reduziert, machten die fünf Musiker in ihrem Programm deutlich. Sie nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise ins Mutterland des Folk, spannten aber dann den Bogen über Schottland, Finnland, Australien, Amerika und Schweden, um am Ende in Bayern zu landen. Der Oberpfälzer Zwiefache vom "Ochs'n" und die fränkische Moritat vom "Leiboldsnickl" erfuhren großen Beifall.

Oberpfälzer Folk

Musikalisch und stimmlich war die Formation prima aufgestellt. Ein wahres Hörvergnügen war "Dear Old Dixie", bei dem Weiß sein Banjo auspackte. Vor allem bei den flotten Stücken wie "Jonny Lad" oder den Instrumentals wie "Nockabour/Ballydesmond" sprang der irische Funke auf die Zuhörer über. Am Ende wurde es mit dem "Gergla" wieder fränkisch, und die Oberpfälzer "Wirtshausuhr" zeigte, was es geschlagen hatte. Mit zwei bekannten irischen Zugaben verabschiedete sich die Band. Mit dem anrührenden Schicksal der "Molly Malone" endete der Irish-Folk-Abend, der leider unter der schwachen Verstärker-Anlage und die dadurch bedingte starke Geräuschkulisse etwas von seinem irischen Zauber verlor.
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