Kita-Streit einseitig geführt

Die Leiterin und der Elternbeirat der Kindertagesstätte St. Joseph haben kein Problem mit den Ferien-Schließzeiten. Bürgermeister Rupert Troppmann als Träger offenbar doch. Bild: Hartl

Der Bürgermeister beschwert sich im Stadtrat über die fehlende Abstimmung der Öffnungszeiten der Kindergärten in den Ferien. Leiterinnen und Elternbeirat sehen kein Problem.

"Ich will ja nichts sagen", kündigte Bürgermeister Rupert Troppmann im Stadtrat an. Er sagte es aber dann doch noch. Er gab bekannt, dass der Kindergarten St. Martin seine Ferienschließzeiten nicht wie die Jahre zuvor mit St. Joseph abstimmen wolle. "Ich habe nicht so viel Verständnis für diese einseitige Kündigung." Viel zu spontan sei der Alleingang von St. Martin gewesen, schob er auf Nachfrage nach. Troppmann ist auch gleichzeitig Träger der Kindergartens St. Joseph.

Fakt ist, dass die beiden Kindergärten bis zum vergangenen Jahr ihre Schließtage aufeinander abgestimmt hatten. St. Martin entschied sich in Übereinstimmung mit dem Elternbeirat jetzt für ein anderes Modell. Die Kindertagesstätte teilt die fünfwöchige Ferienzeit heuer nach Modulen in verschiedene Betreuungszeiten ein. Das erste Modul umfasst die ersten beiden Ferienwochen, das zweite Modul die letzten beiden. Die mittlere Woche hat der Kindergarten geschlossen. Die Leiterin von St. Martin, Gabriele Greifeneder, berichtet, dass 90 Prozent der Eltern damit sehr zufrieden seien.

Leiterinnen abgestimmt

Ende September 2014 habe sie Troppmann als Bürgermeister und Träger von St. Joseph bereits in einer Mail über die neuen Schließzeiten informiert. Diese Nachricht hatte Troppmann offenbar nicht an die Leiterin seiner Kita, Monika Wittmann, weitergeleitet. Greifeneder erklärt, dass das bei einem Treffen Anfang April zwischen den Leiterinnen, Troppmann und Jugendamtsmitarbeitern klar wurde. Nur nebenbei kamen die Ferienzeiten zur Sprache. Da sei herausgekommen, dass St. Joseph nichts von den Plänen des anderen Kindergartens wusste. In diesem Treffen hätte sich St. Martin auch bereiterklärt, die Kinder von St. Joseph während derer zweiwöchigen Schließzeit aufzunehmen. Der Kindergarten St. Martin hätte auch einige Mädchen und Jungs des anderen Kindergartens in Betreuung.

Betreuung funktioniert

Auch für die Leiterin von St. Joseph waren die geänderten Schließzeiten kein Aufreger. "Für uns hat das keinen Nachteil gebracht", erklärt Wittmann. Sowohl die eigene Schließzeit als auch die von St. Martin sei frühzeitig an die Eltern weitergegeben worden. Auch die Umstellung auf das neue Ferien-Modell der anderen Einrichtung sei kein Problem gewesen. Vielmehr erklärt Wittmann, dass sie in den Sommerferien 2016 auch die Module von St. Martin übernehmen wolle.

Problemsuche keine Treffer

Die neuen Ferienschließzeiten von St. Martin sind für beide Chefinnen weder kurzfristig, noch überraschend, noch ärgerlich abgelaufen. Auch die Eltern hatten damit anscheinend kein Problem. Dadurch, dass die gegenseitige Betreuung funktionierte, mussten sie gerade einmal drei Tage überbrücken, in denen beide Kindergärten geschlossen waren.

Die beiden Leiterinnen stehen den Beschwerden von Troppmann eher ratlos gegenüber. Vielleicht läge da ein Missverständnis vor, mutmaßen Wittmann und Greifeneder. Er habe wahrscheinlich die Schließzeiten für die kommenden Sommerferien gemeint. Doch die für 2016 hat St. Martin bereits im Juli mitgeteilt, also noch früher als vergangenes Jahr. Dass St. Martin sein erfolgreiches Modell beibehält, dürfte auch nicht der Aufregung wert sein. Vielmehr will St. Joseph dies auch übernehmen.
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