Kläranlage als Sparbüchse

Die Sanierung der Kläranlage des Abwasserzweckverbands Altenstadt-Neustadt-Störnstein zahlt sich bereits aus. Mit über 9000 Euro bezifferte Vorsitzender Ernst Schicketanz die Einsparungen beim Stromverbrauch - wohlgemerkt im ersten Quartal 2015.

Seit November 2014 liegt die Stromerzeugung bereits über der aus dem Netz bezogenen Strommenge. Die seit Januar geltende Düngemittelverordnung betrifft auch die Verwertung des Klärschlamms. Bisher landete der als Dünger auf Feldern. Jetzt muss er thermisch verwertet, sprich verbrannt werden. Am günstigsten erledigt das die Firma Kraus aus Vohenstrauß. Mit 399 Euro plus Mehrwertsteuer je Tonne Trockensubstanz sind die Entsorgungskosten aber ein gutes Drittel höher als bisher (290 Euro je Tonne). Ein Blitzeinschlag im September 2014 hat Kosten von 7000 Euro verursacht. Derzeit wird geprüft, ob Leistungen von der Versicherung zu erwarten sind.

Anschluss für Baugebiet

Zur Reinigung des Nachklärbeckens hat der Zweckverband ein neues Boot für 280 Euro angeschafft. Ein Rührwerk im Faulturm 2 kostete 26 000 Euro. Grünes Licht gaben die Verbandsräte für den Anschluss des neuen Baugebiets Altenstadt-Mitte.

"Die Maßnahmen schreiten dem Ende entgegen", informierte Günter Schwab vom Ingenieurbüro Zwick über den aktuellen Stand der noch laufenden Maßnahmen. Das zweite Blockheizkraftwerk soll Mitte Mai in Betrieb gesetzt werden und Anfang August offiziell in Betrieb gehen. Das erste Blockheizkraftwerk hat der Netzbetreiber bereits anerkannt. Daher wird demnächst das Netzentgelt (5,41 Cent/kWh) rückwirkend ab 16. Juli 2014 ausbezahlt.

"Die am Faulturm neu angebrachte Wärmedämmung verfehlt ihre Wirkung nicht", ist Schwab zufrieden. Selbst im Winter könne die Temperatur jetzt konstant bei 40 Grad gehalten werden. Das komme einer stabil ablaufenden Gasproduktion zugute. Bisher sei die Temperatur in der kalten Jahreszeit auf bis zu 22 Grad abgesunken. Eine Gasanalyse habe gezeigt, dass alle schädlichen Inhaltsstoffe unter den Grenzwerten liegen. Dennoch soll mit anderen Aktivkohlen eine weitere Optimierung erreicht werden.

Die Schlammeindickung laufe nun mit sehr guten Ergebnissen, da ein gut wirksames Flockungsmittel gefunden wurde. Die Gesamtkosten waren im Bauentwurf mit 2,5 Millionen Euro angesetzt. Mit einem aktuellen Abrechnungsstand von 2,35 Millionen liege man noch im Plan. Größere Mehrkosten in Höhe von 90 000 Euro entstanden lediglich durch die Schlammleitungen der alten Anlage, die mittlerweile begradigt wurden. "Das waren wirklich zusätzliche Leistungen, die vorher nicht vorgesehen waren", sagte Schwab.

2,2 Millionen Schulden

Die Jahresrechnung 2014 des Abwasserzweckverbandes ist abgeschlossen. Der Verwaltungshaushalt beträgt gut 670 000 Euro, der Vermögensetatt gut 185 000 Euro. Das Vermögen betrug am Ende des Rechnungsjahres über 1,9 Millionen Euro, der Schuldenstand lag bei 2,2 Millionen Euro.
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