Kreisausschuss für Holsystem - Freie Wähler schlagen Kompostieranlage vor
Grünes Licht für Biotonne

Die Biotonne kommt. Der Gesetzgeber will es so, auch wenn ein ländlicher Landkreis wie Neustadt vor Eigenkompostierern nur so strotzt. Der Kreisausschuss sprach sich am Montag einstimmig für ein Holsystem aus. Es soll aber weiterhin eine Ermäßigung für Eigenkompostierer geben. Wann dies alles in Kraft tritt, ist derzeit noch offen.

Da der Landkreis seine Gebühren bereits für die nächsten drei Jahre kalkuliert hat, wird sich das nicht sofort auf die Müllgebühren auswirken. Mittelfristig aber doch. Sachgebietsleiterin Michaela Harrer vom Landratsamt rechnet mit höchstens 7,50 Euro im Monat. Hintergrund: Es besteht eine Pflicht, Bioabfälle getrennt zu erfassen. Dazu reicht die Grüngutsammlung des Landkreises nicht aus. Auch Küchenabfälle sind separat zu behandeln. Nur wenn dies die Kosten unverhältnismäßig nach oben treiben würde, könnte das Landratsamt auf die Biotonne verzichten. Da der Kreis aber bekanntermaßen mit die günstigsten Müllgebühren Bayerns hat, ist diese Hintertür verschlossen.

In diesem Zusammenhang schlugen die Freien Wähler vor, ähnlich wie der Landkreis Cham, eine Kompostieranlage zu bauen, die aus Biomüll Energie, Wärme und Komposterde erzeugt. "Das hat dort 15 Arbeitsplätze seit 1993 geschaffen", warb Manfred Plößner für dieses Modell. Ähnlich wie bei der Atemschutzstrecke, könnten Weiden und Tirschenreuth sich beteiligen.

Gutachten soll helfen

Die anderen Fraktionen sind nicht abgeneigt und stimmten dafür, ein Gutachten für so eine Anlage in Auftrag zu geben. Allerdings setzte sich Landrat Andreas Meier mit der Formulierung durch, dass sich der Kreis Tirschenreuth und die Stadt Weiden "zu gleichen Teilen" daran beteiligen. Die Freien Wähler hätten auch dafür votiert, wenn einer der beiden finanziell nicht so sehr mitgezogen hätte.
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