Küchenchef hört nach über drei Jahrzehnten auf
Goldener Kochlöffel zum Abschied

Einige Pflegekräfte hatten für Ulrich Kolmitz eine neue Version von Helene Fischers "Atemlos" einstudiert. "Seit 31 Jahren in der Küche im Haus, doch jetzt ist"s an der Zeit, und er will hier raus." Bild: bgm
"Atemlos einfach raus, die Helene wart zu Haus. Atemlos durch das Heim, die Bewohner werden grein." Diese eigens gedichteten Strophen sang eine Gruppe Altenpflegerinnen des Caritas-Seniorenheimes St. Martin beim Sommerfest. "Einfach raus" hieß es für Ulrich Kollmitz.

Fast 32 Jahre lang sorgte er als Küchenchef für leckeres Essen auf den Tellern der Bewohner. Dabei war ihm kein Wunsch zu abwegig. "Kein Problem. Das kriegen wir hin", sei sein Leitspruch gewesen, verriet Heimleiterin Stefanie Schricker. "Ich habe mit Ihnen an der Seite immer die Gewissheit gehabt: Wir schaffen das. Ich hätte Sie furchtbar gern bei uns behalten", betonte Schricker.

Und die Helene, die zu Hause auf ihn wartet, ist nicht etwa die Sängerin des bekannten Schlagers, auf dessen Melodie die Mitarbeiterinnen ihr Abschiedslied reimten, sondern seine Frau, die denselben Vornamen trägt. Und für beide heißt es jetzt: "Atemlos, kochlöffelfrei, große Freiheit für euch zwei."

Abschiedsständchen

"Wir sind stolz, dass in allen unseren Heimen so toll gekocht wird", zeigte sich auch der Abteilungsleiter soziale Einrichtungen vom Caritas-Verband Regensburg, Dr. Robert Seitz, von den Verdiensten Kolmitz' begeistert. Die "Neustädter Kolibris", ein Chor von Bewohnern und Betreuungskräften, sang dem aus dem Ruhrgebiet stammenden Koch ein Abschiedsständchen. Heimbeirats-Vorsitzender Rudolf Schneck überreichte ein Erinnerungsgeschenk und von der Belegschaft gab's unter anderem einen goldenen Kochlöffel. Die Küchenleitung wird künftig Heike Müller übernehmen, die bisher schon Hauswirtschaftsleiterin war. Als neue Köchin kommt Jitka Bauerowa.

Bei den Vorbereitungen des Sommerfestes, das jedes Jahr unter einem anderen Motto steht, hatten die Helfer des Altenheimes fleißig mitgewirkt. Zum Beispiel Hermann Schmid, der Fischernetze beschafft und mit selbstgestalteten Fischen verziert hatte. Die Geländer der Balkone im ersten Stock zierten Anker und Rettungsringe. Auf den Tischen versetzten weißer Sand und Muscheln, kleine Schiffchen und die ein oder andere Flaschenpost die Bewohner an die Küsten der Meere. "Die musikalische Einstimmung mit der 'Neisteder Zoiglmusi' ist perfekt", lobte Dr. Seitz die Musikanten Alfons Kistenpfennig, Franz Harrer und Dieter Seidl. Zum Kaffee gab's eine große Auswahl an Torten und Kuchen, und fürs Abendessen hatte der Neustädter Fischereiverein frisch geräucherte Spezialitäten.
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