Landkreis bietet Familien kostenlos Hilfen an
Kinderfreund "KoKi"

Die "Koordinierende Kinderschutzstelle" (KoKi) im Landkreis gibt es seit fünf Jahren. Norbert Meister und Johanna Hauer stellten ihre Arbeit im Jugendhilfeausschuss des Kreistages vor.

Trotz sinkender Geburtenzahlen sind die Fälle von Misshandlungen Schutzbefohlener von 1345 im Jahr 1990 auf über 4412 Fälle im Jahr 2010 gestiegen. "Es gibt Zahlen die besagen, dass fünf bis zehn Prozent der Kinder in Deutschland in einem Milieu von Vernachlässigung aufwachsen", erläuterte Meister. Bei rund 700 Geburten im Landkreis seien das bei nur fünf Prozent bereits 35 Kinder. Die "KoKi" ist für Kinder bis zum Alter von drei Jahren zuständig. Zurzeit litten offiziell rund 100 Kinder im Kreis unter Vernachlässigung.

Großen Wert legt die "KoKi" auf Netzwerkarbeit, um frühzeitig auf Problemfälle aufmerksam zu werden. Zu diesem Netz gehören einer Psychiaterin, ein Hauswirtschaftsdienst, eine Schwangerschaftsberatungsstelle, Hausärzte, Kliniken und Familienhebammen. Ebenso viel Wert wird auf die Familienarbeit gelegt. Die Eltern sollen früh über das Angebot vor Ort informiert werden.

Zweimal pro Woche gehen die "KoKi"-Mitarbeiter zur Geburtsklinik und verteilen Flyer. Zielgruppe sind vor allem benachteiligte und sozial schwache Familien. "KoKi" wird aber nur tätig, wenn es die Betroffenen wollen. Die Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht und sind nicht mit dem Jugendamt vernetzt. Alle Angebote sind kostenlos, selbst anonyme Beratung ist möglich.
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