Landrat Andreas Meier zahlt aus eigenem Etat Obstlieferungen für Kinder unter drei Jahren
Vitamine für Nadine

Was ein Landrat macht, wissen die Knirpse des städtischen Kindergartens Eschenbach noch nicht. Viel interessanter ist, was Andreas Meier mitgebracht hat: frisches Obst. Bild: Steinbacher
Der Antrittsbesuch eines Regierungspräsidenten in Landkreisen läuft oft ab wie eine Pflichtübung. Manchmal sprießen neben den Höflichkeitsfloskeln aber auch pfiffige Ideen. So wie Mitte März, als Axel Bartelt sich mit Landrat Andreas Meier im Kinderhaus "Gottfried Sperl" in Vohenstrauß umsah.

Dabei erfuhr Meier, dass es das Schulobstprogramm des Freistaats zwar für Kindergärten gibt, nicht aber für Unter-Dreijährige. "Keiner konnte mir recht erklären, warum das so ist." Der Kreishaushalt war bereits in trockenen Tüchern, also beschloss Meier kurzerhand aus seinem Verfügungsetat so ein Programm aufzulegen. Dieser Etat ist normalerweise für Pokalspenden oder ähnliches gedacht. Beträge mit ein paar Hundert Euro. Nun nimmt der Landkreischef daraus 5000 Euro in die Hand.

38 Interessenten

Diese Summe kam heraus, nachdem Meiers Referentin Claudia Prößl alle Kitas im Landkreis angeschrieben hatte, ob sie für ihre Kleinsten Schulobst bestellen wollen. 38 haben sich zurückgemeldet und Interesse bekundet. Sie bekommen ab sofort Äpfel, Bananen, Weintrauben oder Orangen für ihre Knirpse.

Im städtischen Kindergarten Eschenbach überreichte Meier den ersten Obstkorb, den die Marienkäfer- und die Schneckengruppe gleich vortrefflich plünderten. Der kleine Oskar machte allerdings die Erfahrung, dass so eine Orange nicht recht schmeckt, wenn man voller Wonne in die Schale beißt. Aber das ist eher die Ausnahme. "Unsere Kinder sind mit Obst und Gemüse sehr vertraut", versichert Kita-Leiterin Elvira Brand. Ab sofort liefert ihr die Hutzelmühle in Edelsfeld noch ein paar Vitaminbomben mehr. Die Empfehlung lautet 100 Gramm pro Woche und Kind.

Vorreiter im Freistaat

Mit dieser Obst-Initiative für Kleinkinder dürfte der Landkreis bayernweit Vorreiter sein. "Bei den nächsten Beratungen werde ich den Vorschlag machen, dass wir das ganz normal in den Kreishaushalt einstellen", kündigte Meier an.

Anders als Schulen, die beklagen, dass der Freistaat seine Obstlieferanten zu spät bezahlt, kennt der Kreis solche Klagen nicht. "Wir rechnen quartalsweise ab, dann wird sofort überwiesen", versichert Prößl.
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