Leader macht's möglich

Vorausgesetzt der TÜV spielt mit, würde der Markt Tännesberg seinen Spielplatz am geologischen Lehrpfad gern mit solchen Spielgeräten aus Holz oder Stein zum interaktiven Lernort umwandeln. Die Fördermittel dazu sind auf dem Weg.

Sieben Gemeinden bekommen Geld für acht Projekte aus Leader-Mitteln der EU. Dazu fiel am Dienstag der Beschluss in Neustadt. In der Summe sind das 530 000 Euro. Damit peppen die Kommunen vor allem ihr Angebot für Kinder und Senioren auf. Doch es steckt noch mehr dahinter.

Ob die Projekte durchgehen, entschied ein Führungsgremium der "Leader Arbeitsgruppe Forum Neustadt plus e.V.". Der sperrige Name steht für eine verwaltungstechnische Konstruktion, ohne die Landkreisgemeinden nicht an den Fördertopf kommen würden. Nun aber ist es gelungen. Landrat Andreas Meier nannte die Sitzung deshalb "historisch".

Diese Meinung dürfte die Waidhauser Bürgermeisterin Margit Kirzinger teilen. Sie brachte gleich zwei Projekte durch, die ihre Bürger angeregt hatten. Zum einen den "Vitalpark Bäckeröd", zum anderen das "Naturerlebnis Grünes Klassenzimmer". Mit ähnlichen Ansätzen waren Neustadt, Altenstadt und Mantel erfolgreich. Sie alle wollen "Seniorenparks" oder "Generationenparks" errichten. Das Ziel: Bislang vernachlässigte Flächen sollen grüne Freizeitattraktionen werden. Wetterfeste Fitnessgeräte wie Crosstrainer oder Laufbänder sollen Senioren dazu animieren, sich zu bewegen. Wenn das gleich in einen Kinderspielplatz integriert wird, wie in Neustadt, ist das auch in Ordnung.

Denn wichtig sind vor allem, möglichst viele Leader-Kriterien zu erfüllen: Gesundheitsvorsorge, Klimaschutz, Umweltschutz, Miteinander der Generationen, Familienfreundlichkeit, Einbindung von Vereinen, Wohlwollen der Krankenkassen. Das Ganze sollte zudem nicht nur lokal auf Gegenliebe stoßen, sondern auch Strahlkraft in die Region entwickeln. Dazu gibt es ein Punktesystem, in dem alle eingereichten Vorschläge gut abschnitten. Dafür winken in der Regel 60 Prozent Förderung, in manchen Fällen sogar 70 Prozent.

Marketingverein koordiniert

Das Besondere am Leader-Gedanken ist, dass sich Politik und Verwaltung möglichst raushalten sollen, auch wenn es ganz ohne Rathäuser und Behörden nicht geht. Die Vorschläge für Projekte sollen von den Bürgern kommen. Daher hat im Landkreis im Juni 2014 ein Prozess mit sieben Sitzungen in verschiedensten Gemeinden begonnen. 170 interessierte Bürger haben Anregungen eingebracht, für die nun die Gelder fließen. Die Rathäuser können sich an die Umsetzung machen. Den Prozess der Bürgerbeteiligung haben die Wissenschaftler Wolfgang Weber und Reiner Anselstetter von der OTH Weiden-Amberg begleitet.

Koordiniert hat das Ganze der Marketingverein des Landkreises, das "Forum Neustadt plus". Das ist nötig, da die EU Gemeinden und Landratsämter nicht als Träger will. Das "Forum" hat eine Leader-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Deren Vorstand musste nun darüber entscheiden, ob die Vorschläge an die zuständige Stelle beim Landwirtschaftsministerium in München weitergereicht werden. Einstimmig entschieden sich alle dafür. Unter den 13 Entscheidungsträgern waren nur vier Kommunalpolitiker. Die übrigen Vertreter stellten Wirtschaft, Gewerkschaft, soziale Organisationen und Bauernverband.
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