Lustige Runde mit vielen Nadeln

Gut Lachen haben die Handarbeiterinnen der Strickrunde. Seit 30 Jahren stricken Frauen in gemütlicher Runde für einen guten Zweck. Trotz voller Regale nehmen die Damen Wollspenden vor allem für Socken jederzeit gerne entgegen. Bild: prh

Den Vorjahresrekord von 2600 gestrickten Artikeln haben die Damen heuer nicht erreicht. Schuld daran ist wohl, dass die Zahl der Stricklieseln altersbedingt von 24 auf 21 sank.

Trotzdem kamen insgesamt 2227 in Handarbeit gefertigte Wollsachen für einen guten Zweck durchaus sehen lassen. Grund zum Feiern haben die Frauen allemal: Die Runde besteht seit 30 Jahren.

Von der ersten Stunde ist niemand mehr dabei. "Es waren wohl Annemarie Klar, Resi Eckart, Mariele Hofmeister und Frau Konz, die 1985 begannen, im Pfarrhof Decken für Lepra-Kranke und später dann fürs Kinderheim in Windischeschenbach zu stricken", erinnern sich Margarethe Schön (83 Jahre) und Agnes Schmid (85). Sie sind in der aktuellen Runde mit 14 Strickerinnen und sieben Heimstrickerinnen die Dienstältesten. Die beiden stiegen 1995 ein und versäumten seitdem kaum einen Dienstag, um in gemütlicher Runde ihrer Leidenschaft, dem Umgang mit den beiden Nadeln, zu frönen.

Im Laufe der Zeit erlebte die Runde auch Zeiten des nachlassenden Interesses an der Handarbeit. "Als ich 2009 dazu kam, waren wir nur zu viert", berichtet Ursula Koppe. Kaum eine habe damals Interesse am Stricken gehabt. "2011 haben wir dann den größten Zulauf gehabt und das heutige Niveau erreicht", informierte die Leiterin der Gruppe, Mariele Eckl.

"Stricken ist einfach wieder in Mode gekommen", fand Nesthäkchen Anita Bergler, 39 Jahre alt, aus Windischeschenbach. Sie schloss sich ebenfalls 2011 der Gruppe an.

Die Bilanz in diesem Jahr ist sehenswert: 165 Pullover, 147 Westen, 481 Paar Socken, 298 Schals, 55 Paar Puschen, 156 Paar Handschuhe, 62 Decken, 219 Mützen, 94 Pullunder, 52 Taschen, 11 Kinderanzüge, 179 Paar Kindersocken, 4 Schultertücher, 300 Paar Babyschuhe und zwei Kissen, insgesamt also 2227 Artikel in reiner Handarbeit gestrickt. "Der Antrieb der meisten von uns ist, dass man kreativ sein kann, für einen guten Zweck arbeitet und in gemütlicher Runde plaudern kann", freut sich die Leiterin.

Einige in der Damenrunde haben sich spezialisiert. So ist Agnes Schmid Expertin für Handschuhe und hat im vergangenen Jahr gut 130 Paar gestrickt. Ursula Koppe gilt als Deckenstrickerin. "Jeder macht halt das, was er kann und will."

Mit den wärmenden Wollsachen wird auch heuer wieder der Verein "Karpaten Christliche Kinderhilfe", der in Amanda Castillo eine große Fürsprecherin in der Kreisstadt hat, unterstützt. "Unsere Sachen sollen Kinder, Senioren und bedürftige Familien im kalten Winter in Rumänien vor der Kälte schützen". Außerdem darf sich Norbert Meister vom Landratsamt über 300 Paar Baby-Schühchen freuen. Er betreut das soziale Netzwerk KoKi und wird die Strickwaren an Schwangere und junge Eltern verteilen.

Gefeiert wird das 30-Jährige nicht groß. "Wir sind zufrieden, wenn wir uns in gemütlicher Runde unterhalten können und an Geburtstagen gibt es ohnehin immer wieder Kaffee und Kuchen", erklärte Mariele Eckl. Für Wollspenden sind die Frauen natürlich auch in Zukunft dankbar. Vor allem Sockenwolle wird gebraucht. Das Material kann im Katholischen Pfarrhof abgeliefert werden.

Wer sich der Runde der Strickerinnen, die sich jeden Dienstagnachmittag im Pfarrhof treffen, anschließen will, kann sich telefonisch bei Mariele Eckl unter 09 602 /4626 informieren.
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