Lutz Zettler gestaltet den Orden des Faschingsvereins
Design für alle Fälle

Lutz Zettler (Mitte) bereitet Fachoberschüler mit Begeisterung auf kreative Berufe vor. Bild: bgm

Alle Aktiven des Faschingsvereins tragen den Karnevalsorden der Saison 2014/15 mit Stolz. Der Entwurf stammt von einem überaus vielseitigen Künstler.

Lutz Zettler ist der Grafikdesigner, der die Plaketten seit 25 Jahren gestaltet - ohne jegliches Honorar. Zu Ehren des Künstlers ziert die Zahl 25 die untere Spitze des in Schildform gehaltenen Ordens. Auf das Motto der Saison - "Maibaum weg und Narren her, Fasching feiern ist nicht schwer" - hat er verzichtet. Stattdessen zieren zum ersten Mal gleich drei schwarze Kater - besser gesagt ein Kater und zwei Kätzchen - das in Himmelblau gehaltene und rot umrandete Schmuckstück. Die beiden Kätzchen halten ein Schild, das bewusst an das bayerische Wappen angelehnt ist, denn die Prinzessin steht als Rechtspflegerin in Diensten des Freistaats. Der über dem in Weiß-Blau gehaltenen Wappen thronende schwarze Kater fällt mit seinem Zepter närrische Urteile.

Im viergeteilten Wappen selbst sind Symbole für die Hobbies von Prinzessin "Anna I. de la Justice" und Prinz "Benedikt I. de la Assurance" zu sehen. Das mittig platzierte Herzschild zeigt die Stadtfarben. Designer Zettler hat sich nur ganz bescheiden mit seinen Initialen in dem grauen (Stadtplatz-)Pflaster, auf dem die Wappenkätzchen stehen, verewigt. "Das mit dem Pflaster ist nicht so ironisch gemeint, wie vielleicht manche wieder vermuten werden", betont der Künstler.

Wie er zu den Ideen für die Orden kommt, das ist "ganz, ganz verschieden". "Oft ist es ein spontaner Einfall, dann geht es sehr schnell", verrät er. Ab und zu dauert es auch schon mal länger, bis das Design steht. Manche Einfälle kommen aus dem Verein, so zum Beispiel das Motiv mit dem Staatswappen im Falle des aktuellen Modells. "Dann habe ich mir die Löwen angeschaut und bin auf die Idee gekommen, sie durch die schwarzen Kätzchen zu ersetzen", erinnert sich Zettler.

Der Designer unterrichtet seit 1977 auch an der Fachoberschule (FOS) in Weiden als Praktikumslehrer. Jeden Dienstag bringt er von 8 bis 16.30 Uhr den Schülern handwerkliches Arbeiten mit Gips oder Ton bei und unterrichtet Industriedesign. "Geduld, Geduld, Geduld und viel Präzision" sei dabei das Allerwichtigste.

Die Fachoberschüler sollen später in der Porzellanindustrie, bei Architekten oder Werbeagenturen arbeiten. 1982 bis 1984 war Zettler für zwei Jahre an der Fachschule in Selb. Dort hätte man ihn sogar verbeamtet. Das aber wollte der Freiberufler nicht. "Ein Tag in der Woche ist ideal. Auch um ein bisschen Disziplin zu bewahren", sagt Zettler. Und von seinen Schülern ist er begeistert. "Wirklich Nette. Das sind Top-Leute." Solange die Gesundheit mitspielt, will er weitermachen.

Mit neuen künstlerischen Projekten hält sich Zettler eher zurück. "Ich bin 72. Ich mache noch ein bisschen Sachen, die mir Spaß machen, die mich interessieren." Der Orden für den Verein Neustädter Faschingszug gehört zum Glück für den Faschingsverein dazu.
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