Männer voller Anmut

Bunt und sportlich ist der Schautanz des Neustädter Elferrats unter dem Motto "Männer- vs. Damensport".

Jürgen Meyer von Radio Ramasuri staunte nicht schlecht: "Wir haben alles gesehen: katholische Bauernsbuam, g'standne Mannsbilder, kräftige Waden - teils sehr erotisch."

Zusammen mit Monika Frischholz vom Faschingsverein moderierte Meyer das 9. Männerballett-Turnier, das die Neustädter Narren zum vierten Mal ausrichteten. Die Faschingsgesellschaft "Wikinger" Bad Berneck flog im "Flug 666" zu ihrer "Air-Rotik"-Show in die Stadthalle ein. Auch wenn die Burschen nur wenig Haut zeigten, erklärten die eindeutigen und vom Gejohle der weiblichen Gäste begleiteten Tanzbewegungen das Wortspiel ihres Mottos.

Zusammen mit den Fanclubs der teilnehmenden Mannschaften und den lokalen Gästen verfolgten rund 420 Schaulustige das ausgelassene Spektakel. Die Narhalla 1954 Haselmühl hatte sich "Discofever" zum Thema gesetzt. Mit überdimensionierten Afro-Perücken und Glitzeranzügen rockten sie die Bühne. "Einen sehr schwungvollen Tanz", wie Moderatorin Frischholz meinte, zeigte die HFG Hollfeld unter dem Motto "African Zulu". "Am Schluss hat's ihnen sogar die Brust zerrissen", sagte Jürgen Meyer zu einem der Protagonisten, der für den richtigen Brustumfang einer Zulu-Frau offenbar mit Luftballons nachgeholfen hatte.

Über 40 gut beweglich

Als heiße Favoriten waren die "Turedancer" angetreten, die aus Zellingen im Landkreis Main-Spessart gelegen die weiteste Anreise hatten. "Wir wollten unser eigenes Ding machen", erinnerte sich Matthias Hart an die Anfänge der Tanzgruppe, die sich vor einigen Jahren von einer Faschingsgesellschaft abgespaltet hatte. Mittlerweile treten sie in gleich drei Formationen auf: mit der Frauengruppe "Fresh4mation", den amtierenden bayerischen Meistern "Turedancer" und der "Ü39"-Formation "Unforgettables".

Der Fokus der 40- bis 58-Jährigen liegt weniger auf tänzerischen Spitzenleistungen als auf einer beeindruckenden Show. So sind auch Spezialeffekte wie Schwarzlicht möglich, die bei offiziellen Meisterschaften nicht regelkonform wären. "Bei uns kommt's eher drauf an, wer welches Leiden hat und was er noch machen kann", meinte Tänzer Jochen augenzwinkernd.

Dass diese Selbsteinschätzung von höchster Bescheidenheit zeugt, wurde beim Auftritt schnell klar. Die "Unforgettables" mussten wohl mit einem ganzen Lastwagen an Material angereist sein. Mit einer mannshohen Glocke, von einem darauf sitzendem schwarz-weiß-gekleideten Narren mit einem Riesenhammer im Takt von AC/DCs "Hells Bells" geschlagen, marschierten sie zur Bühne. Unter dem Motto "Ghostrocker" brillierten sie bei Reminiszenzen an Michael Jackson, wechselten ihr Outfit und sorgten mit Konfetti-Kanonen für Stimmung. "Eigentlich wollten wir nur Spaß beim Tanzen haben, aber wir sind gut dabei. Die Auftritte häufen sich", meinte Jury-Mitglied Hart. Kein Wunder, dass die 13-köpfige Formation stark gefragt ist.

"Die Steiner Schlossgeister" rangen bei ihrer "Reise um die Welt" um das Herz der knackigen Jolie, die sich nach dem Auftritt auf Nachfrage Meyers als Bankkaufmann 14 Tage vor dem Eintritt in die Rente entpuppte. Die FG "Feucht-Fröhlich" zeigte unter dem Titel "Las Vegas" kraftvolle Sprünge und ließ einige Hüllen fallen. Zum Schluss blieben nur noch knappe Glanz-Hotpants und silberne Westen am Mann.

Die "Happy Hoppers" aus Auerbach kamen als gebrechliche Senioren, die noch mal "richtig einen drauf machen wollen". Vor bunter Kulisse zeigten sie eine spaßige Show und perfekt einstudierte Mimik. Der Neustädter Elferrat hatte unter dem Motto Männer- vs. Damensport in hautengen, neonfarbigen Damen-Gymnastikanzügen die Lacher auf seiner Seite.

"Happy Hoppers" ganz vorn

Die Jury - bestehend aus je einem Vertreter der acht angetretenen Mannschaften - legte Wert auf Kreativität, Synchronizität und Choreographie. Auch Kostüm, Musik und Gesamteindruck zählten. Da hatten die "Happy Hoppers" die Nase ganz knapp vorne, dicht gefolgt von den "Turedancers". Auf Platz drei landete die FG "Feucht-Fröhlich".

Auch die Zuschauer gingen nicht leer aus. Radio Ramasuri verloste zweimal zwei Karten für das Oberpfalz-Festival am 27. Juni in Tännesberg.
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