Margareta Thiele feiert 100. Geburtstag
Ein Leben lang Kämpferin

Mit einem Glas Sekt stieß eine große Gratulantenschar mit Margareta Thiele (sitzend, Mitte) auf ihren 100. Geburtstag an. Den Rummel nahm die rüstige Seniorin humorvoll und gelassen. Bild: spz

Margareta Thiele hat seit 1914 schon viel mitgemacht. Davon erzählte sie ihren Gratulanten zum 100. Geburtstag im Caritas-Seniorenheim.

Bürgermeister Rupert Troppmann war mit Blumen gekommen, stellvertretender Landrat Albert Nickl überbrachte die obligatorischen Grüße des Ministerpräsidenten und überreichte eine Urkunde sowie die Medaille "Patrona Bavariae" des Freistaats.

Mit einem Stamperl Kräuterlikör, das sie ab und zu noch gerne genießt, prostete die Jubilarin ihren Kindern und Schwiegerkindern zu. Auch der Filialleiter der Volksbank Bertram Erhardt, Pflegeheimleiterin Stefanie Schricker, Stadtpfarrer Josef Häring und einer Abordnung der Arbeiterwohlfahrt Weiden ließen Thiele hochleben.

Sie kam am 10. November 1914 in Konnersreuth zur Welt, als der Erste Weltkrieg bereits ein Vierteljahr tobte. Und sowohl diese Katastrophe als auch der Zweite Weltkrieg prägten ihr Leben. Mit sieben Geschwistern und ihren Eltern Maria und Engelbert Lindner verbrachte sie in Konnersreuth ihre ersten Lebensjahre. Dann wurde der Vater, ein Förster, nach Floß versetzt, wo Margareta auch die Schule besuchte.

Zwei Ehen

Als junge Frau zog sie nach Weiden und arbeitete in bekannten Gaststätten, unter anderem im legendären "Ringcafé". 1938 heiratete sie ihren ersten Mann und bekam vier Kinder, von denen eines bereits im Kleinkindalter verstarb. Ihr Mann, Soldat an der Ostfront, kam nicht mehr zurück. Doch die Witwe gab nicht auf. Die junge Mutter kämpfte sich durch die schwere Zeit und erzog mit einer gewissen Strenge ihre drei Kinder Rosemarie, Paula und Peter. Aufwärts ging es, als sie ihren zweiten Mann Erhard Thiele kennenlernte, der in der Weidener Kantstraße wohnte, nachdem er aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft heimgekehrt war.

Mit dem gebürtigen Schlesier hatte Margareta noch einmal zwei Kinder, die Buben Werner und Wolfgang. 1954 baute das Paar ein Siedlungshaus am Hammerweg. Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, arbeitete sie als Verkäuferin im Kaufhaus Hertie. Später zogen die Thieles in ihr neues Domizil im Weidingweg. Das Paar hatte im Alter glückliche Jahre in seiner Eigentumswohnung.

Elf Enkel und Urenkel

Sehr wichtig war Margareta Thiele immer das kirchliche und gesellschaftliche Leben. Zeitlebens saß sie gerne an ihrer Nähmaschine, wo sie schon in der schlechten Zeit die Kleidung für ihre Kinder selbst schneiderte. Rätselraten und "Der neue Tag" gehörten bis vor einem Jahr zu ihren täglichen Lieblingsbeschäftigungen. Jetzt macht die Sehkraft nicht mehr so mit. Vor neun Jahren starb ihr Mann neunzigjährig kurz vor der goldenen Hochzeit. Die größte Freude der Jubilarin sind die fünf Enkel, fünf Urenkel und die Urenkelin. Seit vier Jahren lebt sie im Caritas-Seniorenwohnheim in der Johann-Dietl-Straße, wo sie solange es noch ging regelmäßig die Gottesdienste in der Hauskapelle besuchte.

Dafür plaudert sie gerne mit den Pflegerinnen soweit es deren Zeit zulässt über ihre Familie. Täglich schauen die Söhne Peter und Wolfgang vorbei. Ein Höhepunkt jedes Tages ist der Schluck Bier. Das Festtagsmahl genoss Margareta Thiele mit der Familie im Gasthof "Weißes Rößl". Die Kaffeegäste feierten mit der Jubilarin bei Sohn Wolfgang.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.