Meister in drei Riesen-Sätzen

Großer Bahnhof für Manuel Ziegler (Vierter von links) und seine Eltern Manfred und Petra Köcher-Ziegler (neben ihm) im Neustädter Rathaus. Drei Bürgermeister, Vertreter aller Fraktionen sowie der frühere und der aktuelle Sportreferent gratulierten zur Deutschen Meisterschaft. Bild: bgm

Einige Paar Sportschuhe verbraucht Manuel Ziegler schon jedes Jahr. Wie viele? "Sieben, acht Paar", sagt er nach kurzem Überlegen. Der Aufwand rentiert sich.

Der Ausnahmeathlet aus der Kreisstadt hat die Deutsche Meisterschaft im Dreisprung geholt. Eine Weite von 16,54 Metern ist wahrlich nicht alltäglich.

"In den vergangenen Jahrzehnten dürfte es in Neustadt keinen Deutschen Meister gegeben haben." Zu diesem Schluss kamen die Spitzen der Stadtverwaltung beim Ehrenempfang für den jungen Sportler. Neben den drei Bürgermeistern Rupert Troppmann, Heinrich Maier und Heribert Schubert machten auch die Vertreter der Fraktionen Alois Zehrer, Martin Filchner und Gerhard Steiner ihre Aufwartung.

Technisch ausgefeilt

Troppmann erinnerte sich an 2009, als er Ziegler bereits als Deutschen Meister der Junioren, der Jugend und der Junioren in der Halle geehrt hatte. Vater Manfred hatte damals einen Trainingsblock dabei, der verdeutlichte, dass der Dreisprung eine hochtechnische Angelegenheit ist.

Um die Anforderungen zu veranschaulichen, zitierte Troppmann aus einer theoretischen Sprunganleitung: "Die vertikalen Kräfte, von denen die Flugdauer abhängt, können durch die 'short-range-elastic-stiffness' und den Dehnungsreflex gesteigert werden". Manuel Ziegler weiß zwar mit diesen Schilderungen etwas anzufangen, zum Katzensprung wird die Sportart für den 24-Jährigen aber trotzdem nicht.

Der Sportler hatte diesmal eine biomechanische Leistungsdiagnostik seines Sprungablaufs mitgebracht. Ob Schrittdauer, horizontale Geschwindigkeit oder Rumpfwinkel - alles wird bis ins kleinste Detail analysiert, und jede Hundertstelsekunde zählt. "Auf diese Werte lässt sich aufbauen", sagte der frühere Sportreferent Karl Schmidberger. "Bei 17 Metern kratzt man schon an der Weltklasse."

Sportreferent Wolfgang Schwarz führt den Erfolg Zieglers auf vier Grundfertigkeiten zurück: "Können und Talent waren von Anfang an da. Der Wille ist auch da. Durchhaltevermögen hast du bei der DJK und deinem jetzigen Verein Telis-Finanz Regensburg gelernt." Ein ganz entscheidender Punkt sei die Familie. "Deine Eltern waren schon sehr früh dahinter und haben dich gefördert", erinnerte Schwarz.

Rückenwind aus Heimat

"Ich freue mich, dass ich heute hier sein darf in meinem Heimatort, wo ich aufgewachsen bin. Das gibt mir Rückenwind für die nächste Saison", dankte Ziegler für den großen Bahnhof.
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