Mit Udo in den Zirkus Renz

Die Musikschule bildet an allen möglichen Instrumenten aus, an den Trompeten ist aber sicherlich mit die höchste Virtuosität herauszuhören.

Die herbstliche Bühnendekoration mit Birkenreisig und orangefarbenen Papierdrachen schließt sich nahtlos an den Panoramablick auf den bunt gefärbten Felixwald an. Eine tolle Kirwa-Kulisse für "eine kleine Sternstunde der Blasmusik", wie es dritter Bürgermeister Heribert Schubert nannte.

Fotografien von Doris Garland luden in der Stadthalle auf einer Leinwand zum Träumen ein. Dazu unterhielten 36 versierte Musikanten der Musikschule rund 300 Gäste prächtig. Marina Gmeiner führte durch das Programm und stimmte die Gäste in Versform auf die Wohlklänge einer Blaskapelle ein. "Des gibt a Stimmung voller Schwung, macht jedes Alter wieder jung. Drum wolln ma so an Leckerbissen wia d'Blasmuse an der Kirwa ned vermissen", reimte die Gymnasiallehrerin für Musik.

Blues und "My fair Lady"

"Die Variazioni in Blue" von Jacob de Haan beruhen auf melodischen Blueselementen. Wie schon der Name des Stücks verrät, bot das Ensemble eine ganze Reihe von wechselnden Geschwindigkeiten, meist rhythmisch und beschwingt, stets aber mit folkloristisch-osteuropäischem Charakter. Bei "Erinnerungen an Zirkus Renz" bewies Christoph Höning sein Geschick auf dem Marimbaphon. Mit atemberaubender Geschwindigkeit führte er die Schlägel über die Klangstäbe des Instruments. "D' Trompet'n is a Instrument, des ma im Grund scho recht lang kennt. Der Schall, der aus dem Trichter schwingt, oam direkt bis ins Herz nei dringt." Die Stadtkapelle Neustadt verfügt gleich über 13 Trompeter jeder Altersklasse, die beim "Trompeten-Express" von Karl Auer ihr Können bewiesen.

Schwungvoll ging es nach der Pause beim "Marsch der Medici" von Johan Wichers weiter. Nicht weniger beschwingt und fröhlich war das Potpourri aus dem Musical "My fair Lady" von Frederick Loewe. Bei Melodien wie "Bringt mich pünktlich zum Altar", "Ich hätt getanzt heut Nacht" oder "Mit 'nem kleinen Stückchen Glück" kamen die Zuhörer ins Schwärmen.

"Lauter Ohrwürmer, die die hier spielen", war ein Gast begeistert. Beim Stück "Der Bombardonist" - in der Zeit des aufkommenden Bayerntourismus von Otto Ebner komponiert - war Andreas Träger mit der Tuba gefordert. Auch zu diesem Instrument, das in Bayern seit je die "Lausboum" begeistert , hatte Gmeiner einige Verse parat: "Wenn i erwachsen werd und dick, na geh i zu der Blasmusik und buid mir da des Höchste ei: der Bombardon - der möcht i sei!"

Zünftige Polkas

Richtige Kirchweihschlager präsentierte die Stadtkapelle unter Leitung von Dirigent Karl Wildenauer mit Udo Jürgens' Hits. Bei "Siebzehn Jahr, blondes Haar", "Mit 66 Jahren" oder "Griechischer Wein" wippten viele Gäste im Takt. Im abwechslungsreichen Programm fehlten auch einige Polkas nicht, etwa die Hiasl-Polka, "Borkovická" oder die Dorfmusik-Polka von Karel Valdauf.

"Ich freu mich für alle, die da waren, dass wir so einen schönen Nachmittag erleben durften. Wir haben eine der besten Musikschulen der Oberpfalz", war sich Heribert Schubert sicher.
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