"Muff" verschlägt es die Sprache

Überraschung für zwei Urgesteine der "Eichenlaub"-Schützen: Zum Ehrenschützenmeister wurde Oskar Schwarz (Zweiter von rechts) und zum Ehrenmitglied Norbert Sappelt (Zweiter von links) ernannt. Die beiden Schützenmeister Norbert Schwarz (rechts) und Andreas Ruhstorfer (links) nahmen die Auszeichnung vor. Bild: arw

In dem einem Fall wusste es nur der Vorstand. Die zweite Überraschung war nur dem Schützenmeister bekannt. Sie ging auf die Initiative eines Urgesteins des Vereins zurück.

Der Schützenverein "Eichenlaub" ernannte den ehemaligen Kreis- und Stadtrat Oskar Schwarz zum Ehrenschützenmeister. Der sportliche Motor der Gemeinschaft Norbert Sappelt ist Ehrenmitglied.

Der Ausschuss habe die Entscheidung bereits bejaht, sagte Schützenmeister Norbert Schwarz in der Jahreshauptversammlung nach seiner Wiederwahl (Bericht folgt). "Jetzt geht es aber noch um die Zustimmung der Versammlung zu einer besonderen Auszeichnung für eine Person, die seit 55 Jahren Mitglied bei den ,Eichenlaub'-Schützen ist."

Von 1961 bis 1963 arbeitete Oskar Schwarz im Ausschuss des Vereins mit. Zehn Jahre später war er für drei Jahre als Revisor bestellt. Von 1977 bis 1981 stand er als Vorsitzender an der Spitze. Anschließend war er zwei Jahre erster Schützenmeister. Dem Ausschuss gehörte er nochmals von 1983 bis 1985 an. Seitdem war er bis zur gerade abgeschlossenen Neuwahl erneut Revisor. Nachdem Norbert Schwarz erwähnte, dass sein Namensvetter vor zehn Jahren als Ehrenmitglied ausgezeichnet wurde, brandete Applaus auf.

Doch in einen saueren Apfel mussten die Schützen mit der Ernennung zum Ehrenschützenmeister beißen: Oskar Schwarz kann nicht mehr Revisor sein. Wie erwartet, stimmte er selbst als einziger gegen seine Auszeichnung. Norbert Schwarz hatte aber den Rest der Anwesenden hinter seinem Vorschlag und überreichte die handgefertigte Urkunde.

Junger Mann gesucht

"Wir brauchen junge Männer, sonst wird es den Schützenverein nicht mehr geben." Mit diesen Worten habe der mittlerweile verstorbene Armin Sappelt ihn 1960 für die Schützen geworben, berichtete Oskar Schwarz in seiner Dankesrede. Zudem brauche der Verein ein neues Zuhause. Am Biertisch bot Josef Mühlhofer seine Stallungen an. Er habe keine Rinder mehr und das wäre doch was für den Verein. Nach Jahren fanden dann die Schützen ihr jetziges Domizil, erinnerte Schwarz. "So lange ich lebe, werde ich den Verein unterstützen", schloss der Geehrte. Einige Tage vor der Jahreshauptversammlung habe ihm Ehrenschützenmeister Josef Ruhstorfer ein Schreiben überreicht, leitete Norbert Schwarz die Laudatio zur zweiten besonderen Auszeichnung des Tages ein. Ruhstorfer setzte sich dafür ein, dass "ein äußerst aktives Mitglied" zum Ehrenmitglied ernannt werde. Einziges Problem für Schwarz in dieser Angelegenheit war es, in der Kürze der Zeit eine handgefertigte Urkunde zu bekommen.

Norbert Sappelt ist seit 43 Jahren Mitglied und gehört zu den erfolgreichsten Luftgewehrschützen (LG). Mit der Jugendmannschaft hat er bei den Bayerischen Meisterschaften einen der vordersten Plätze errungen. "Er war immer ein Aushängeschild unseres Vereins." Seit 23 Jahren ist er Sportleiter und verbringt zweimal wöchentlich - oft auch Samstag und Sonntag im Schützenheim. "Er organisiert Training, Wettkämpfe, Vereins- und Stadtmeisterschaften und wertet alles aus." Der Allrounder plante beim Umbau des Schützenheimes die Heizungsanlage, Wasser- und Abwasser-Installationen sowie die Sanitäranlagen und baute die auch selber ein. "Wenn es Reparaturen im Heim gibt, ist er dabei."

Applaus, Applaus, Applaus

Dafür überreichten die beiden Schützenmeister die Urkunde und die Versammlung dankte dem Geehrten mit einem langanhaltenden Applaus. Sappelt bleibt sonst keine Antwort schuldig, aber hier verschlug es dem "Muff", wie ihn die Schützenfreunde nennen, die Sprache.
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