"Musik kennt keine Grenzen" zieht scharenweise Zuhörer an - Akteure aus zwei Ländern
Gäste dürfen auf der Bühne sitzen

Oben auf der Bühne saßen die Musiker aus dem Nachbarland, unten und noch näher am Publikum spielten die Akteure aus der Kreisstadt. Bild: hbl
Die Musikschulen Neustadt und Tachau sind schon seit 1990 in gutem Kontakt. Deshalb hatten die Musiker aus Deutschland und Tschechien mit dem Motto "Musik kennt keine Grenzen" zu einem vielgestaltigen Musiknachmittag eingeladen. Ebenso grenzenlos war auch das Interesse des Publikums, das in Scharen die Stadthalle füllte.

Die beteiligten Gruppen hätten zusammen die Bühne mehr als gefüllt. Zur Vermeidung zeitaufwendiger Umbaupausen verteilten sich die Neustädter Stadtkapelle und das Akkordeonorchester der Musikschule im Raum vor dem Podium. Das hatten sie den Gästen aus Tachau überlassen.

Sie eröffneten unter dem stets impulsiven und energiegeladenen Dirigat von Josef Kadlec mit der Eurovisionsfanfare das Konzert. Das Blasorchester der Musikschule Tachau ist in allen Lagen luxuriös besetzt und überzeugte durch rhythmisch akzentuierten und brillanten Gesamtklang. Kadlec hatte durchwegs modern geprägte Werke ausgewählt.

Dabei ragte besonders das "Concerto d'amore" von Jacob de Haan heraus. Geschickt hat der Komponist barocke und moderne Stilelemente unter einem musikalischen Dach vereint und zugleich den Beweis angetreten, dass Klassik und Pop durchaus miteinander können.

Mit kurzweiligen Ansagen und kleinen Anekdoten führten Alena Kadlecová und Max Peter in historischen Gewändern unterhaltsam durchs Programm. Die Zweisprachigkeit der Ansagen machte aber auch deutlich, wie wichtig das Erlernen der Sprache des jeweiligen Nachbarn für ein gutes Zusammenleben ist.

Das Akkordeonorchester der örtlichen Musikschule unter Leitung von Jürgen Eckert legte eine erstaunliche Bandbreite musikalischen Ausdrucks an den Tag und ließ schier vergessen, dass hier Schüler am Werke waren. Obwohl ohne Dirigenten spielend - Jürgen Eckert integrierte sich stets mit Instrument in die Gruppe - überzeugte das Akkordeonorchester durch sein Zusammenspiel. Besonders in "Music was my first love" von John Miles meisterten die jungen Instrumentalisten wie selbstverständlich jeden Takt- und Tempowechsel.

Gut gelaunt und ebenso besetzt spielte die Neustädter Stadtkapelle unter der beseelten Leitung von Karl Wildenauer auf. Dabei bewältigte sie das Folk-Song-Medley "Memories of Holidays" ebenso überzeugend wie die "Les Humphries in Concert". Nach dem "Tölzer Schützenmarsch" von Anton Krettner wurde sofort klar, für welche Klänge das Herz der Musiker besonders schlägt. Und bei der "Lhánická-Polka" klangen die Neustädter mit sattem und dunklem Gesamtklang der Flügel-, Tenor- und Baritonhörner original böhmisch.

In einem beeindruckenden Gemeinschaftschor musizierten schließlich alle Akteure unter wechselndem Dirigat drei bekannte Märsche. Stehend erklatschte sich das Publikum enthusiastisch den Marsch "Alte Kameraden" als Zugabe. So wurde dieses Konzert am Erntedanksonntag auch ein musikalischer Dank für eine reiche Ernte auf dem Feld der musikalischen Ausbildung in den Musikschulen der beiden Städte in den Nachbarländern.
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