Naturfreund aus dem Bayerwald Gerold Haas übernimmt Posten von Walter Fritsch
Neuer Storchenvater

Walter Fritsch gibt seine Aufgabe als Storchenbeauftragter an Gerold Haas weiter (von links). Landrat Andreas Meier, Naturschutz-Fachkraft Evi Babel, Adolf Küblböck vom Landesbund für Vogelschutz und Sachgebietsleiter Peter Landgraf sicherten ihre Unterstützung zu. Bild: bgm
(bgm) "Die Wiesen sind immer weniger geworden", stellt Walter Fritsch fest, der sich über 30 Jahre als Storchenbeauftragter um den Weißstorch auf dem Dach des Alten Schlosses gekümmert hat. "Die nur einmalige Mahd erschwert just in der Zeit, in der die Jungstörche unbefiedert im Nest sitzen, die Futtersuche." Umso wichtiger ist die Aufgabe des Storchenbeauftragten. Vier Jahre lang hatte Fritsch nach einem geeigneten Nachfolger gesucht. Mit Gerold Haas hat er "die Idealbesetzung" gefunden.

Haas, 1945 im Bayerischen Wald geboren und dort aufgewachsen, hatte schon immer viel mit Tieren zu tun. Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr in Oberviechtach arbeitete er bei der Bahn in München. Für den Ruhestand hat es ihn wieder in die Natur zurückgezogen. Seit eineinhalb Jahren lebt er in Neustadt. Er ist Mitglied im Videoclub Weiden. Dort hat er Gustl Beer kennengelernt. Beer war für OTV bei Recherchen für einen Videobeitrag bei Walter Fritsch und erfuhr von der Suche nach einem Storchenbeauftragten. Sofort dachte er an Gerold Haas.

"Ein freudiger Anlass", meinte Landrat Andreas Meier zur geglückten Nachfolgeregelung für Fritsch. Der ehemalige Polizeibeamte will dem neuen Storchenbeauftragten nicht reinreden. Er versicherte auf Nachfrage, immer mit Rat zur Stelle zu sein. "Einen besseren Partner als Walter Fritsch gibt es nicht", bestätigte Adolf Küblböck vom Landesbund für Vogelschutz, der an Haas eine Infomappe zum Weißstorch überreichte. Über 360 Storchenpaare gibt es aktuell in Bayern und damit schon wieder deutlich mehr als Ende der 70er Jahre, als die Population mit 69 Paaren auf einem Tiefstand angelangt war. Im Landkreis Neustadt sind sieben Horste bewohnt und einer in Weiden, sagte Evi Babel von der Unteren Naturschutzbehörde.

Haas kann auf vielfache Unterstützung zählen. Sachgebietsleiter Peter Landgraf nannte das Storchenprogramm des Kreises, das jährlich 5000 Euro zur Verfügung stellt. Und Gustl Beer hilft bei der Installation einer Webcam. Fritsch konnte die Störche bisher von seiner Wohnung beobachten. Haas wird dank der Technik immer auf dem aktuellen Stand sein. Und davon profitiert auch die Öffentlichkeit. "Die Bevölkerung kann dann auch am Geschehen im Horst teilnehmen", freute sich Beer.
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